Leutkirch
Freie Fahrt auf der A 96 zwischen Lindau und München

Gestern wurde das letzte Teilstück der A 96 Lindau-München eröffnet. Der sieben Kilometer lange Streckenabschnitt schließt die Lücke zwischen Wangen und Leutkirch (wir berichteten). Heute wird die Fahrbahn in Richtung Lindau für den Verkehr freigegeben, ab dem Wochenende ist die Strecke auch in der Gegenrichtung befahrbar.

«Nach 40 Jahren Planung und 32 Jahren nach Beginn der ersten Bauarbeiten ist die Bundesautobahn A96 nun vollendet», sagte Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger, der gestern Nachmittag mit Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer und Bayerns Innenminister Joachim Herrmann das letzte Teilstück nahe Leutkirch-Gebrazhofen eröffnete. Unter dem Beifall zahlreicher prominenter Gäste und Teilen der Bevölkerung zerschnitten die Politiker das schwarz-rot-goldene Band. Anschließend fuhr die Prominenz Richtung Wangen, um die neue Strecke erstmals zu «testen».

«Mit dem Lückenschluss ist eine durchgängige Autobahn-Verbindung von Ulm über die A 7 und von München zum östlichen Bodenseeraum fertiggestellt», erklärte Oettinger in der Festansprache. Damit seien über den Pfändertunnel auch Vorarlberg und die Schweiz besser zu erreichen. Durch die Fertigstellung des sieben Kilometer langen Abschnitts würde nicht nur eine «unfallträchtige Strecke» beseitigt, sondern auch die «Leistungsfähigkeit» dieser Verbindung erhöht, die im Schnitt täglich 30000 Fahrzeuge aufnehmen muss. Auch bei den Bundesstraßen B 30 und B 31 gebe es noch «Ausbaubedarf», mahnte Oettinger, bei den Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur nicht nachzulassen.

Mit dem Wegfall der letzten Baustelle und der damit verbundenen Staufalle dürften sich künftig auch die Fahrzeiten auf der A 96 verkürzen - laut Schätzungen lassen sich im Schnitt 30 Minuten und mehr einsparen. Fachleute gehen aber davon aus, dass dies auch zusätzlichen Verkehr anziehen wird. In Lindau befürchten bereits einige, die Inselstadt könnte zum «Vorgarten» Münchens werden, wenn noch mehr Ausflügler an die «Bayerische Riviera» stürmen.

Kaum eine andere Autobahn in Deutschland hat so eine lange Geschichte hinter sich, denn die Planungen für die A 96 reichen bis in die 60er zurück. Der entscheidende Schritt zum Bau erfolgte anlässlich der Olympischen Spiele 1972 in München: Zwischen München-Sendling und Oberpfaffenhofen wurde die B 12 vierspurig ausgebaut.

In den 70ern folgten weitere Bauabschnitte, darunter der sieben Kilometer lange Lindauer Teil, der von Esseratsweiler bis zur Autobahn-Grenze bei Hörbranz (Vorarlberg) reichte. Andere Teilabschnitte der A 96 verzögerten sich immer wieder in Folge von Klagen und Einsprüchen oder, weil der Bund kein Geld hatte.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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