Memmingen
FCM wieder bärenstark

Mit einem 2:0 (0:0) gegen den Neuling SV Memmelsdorf hat der FC Memmingen einen gelungenen Rückrunden-Start in der Fußball-Bayernliga gefeiert. Das Ergebnis war auch das Mindeste, was zwischen beiden Mannschaften lag. Die 1220 Zuschauer mussten sich aber über eine Stunde gedulden, bis der Tabellenführer das Abwehrbollwerk der abstiegsgefährdeten Gäste knacken konnte.

Überraschungen gab es bei der Aaufstellung der Memminger: Torhüter Tobias Kirchenmaier (25) erhielt den Vorzug vor dem wieder genesenen Karl Kögel (34). Der junge Korbinian Beck (Sohn des Skifahrer-Ehepaares Florian Beck und Marie Epple-Beck) durfte erstmals von Beginn auf der rechten Außenbahn ran. Das bescherte prominenten Besuch: Ex-Bundesfinanzminister Theo Waigel mit seiner Ehefrau Irene Epple verfolgten den Auftritt ihres Neffen von der Tribüne aus und waren mit seiner Leistung ebenso zufrieden, wie hinterher FCM-Trainer Esad Kahric.

Memmelsdorf suchte sein Heil von Beginn an ausschließlich in der Defensive, verteidigte mit Mann und Maus und kam in der ersten Halbzeit kein einziges Mal gefährlich in den Memminger Strafraum. Gäste-Torhüter Christian Bergmann entschärfte die größten Chancen der Hausherren durch Candy Decker (22./25.) mit Glanzparaden.

Urschrei von Knuth

Doch irgendwann musste der Einbahnstraßenfußball zum Erfolg führen. 63. Minute: Decker verzögerte im Strafraum, legte quer zu Maximilian Knuth das 1:0, das Knuth mit einem Urschrei bejubelte. Der FCM spielte danach weiter geduldig nach vorn; Memmelsdorf fand auch nach dem Rückstand den Vorwärtsgang nicht. «Memmingen war in der Lage, das System 90 Minuten lang durchzuhalten», lobte Gästetrainer Norbert Schlegel. Einzig, dass das Ergebnis nicht höher ausgefallen ist, war an diesem Nachmittag zu bemängeln. Johannes Rehm zwang immerhin noch Herrmannsdörfer (76.) zu einem Eigentor. «Einen erwischts halt, wenn zehn Mann durchgehend auf der Torlinie kleben», kommentierte Zweiter FCM-Vorsitzender Thomas Reichard das 2:0.

Eher ein Mitleidseffekt war der Elfmeterpfiff in der Schlussminute von Schiedsrichter Karl Valentin (Taufkirchen), der nach einem Rempler von Stefan Pfohmann gegen Tobias Seifert auf den Punkt zeigte. Hermannsdörfer setzte den Strafstoß an den Pfosten; zudem hatte Torhüter Kirchenmaier die richtige Ecke geahnt.

Nachdem Verfolger Rain beim 1:1 gegen Bayreuth Punkte ließ, beträgt der Vorsprung des FCM an der Tabellenspitze jetzt wieder respektable neun Punkte. Nächsten Sonntag geht es im Spitzenspiel zum Tabellendritten Unterhaching II.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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