Kempten
Fall Diouf landet vor dem Sportgericht

Nun steht fest: der Fall Dame Diouf wird demnächst das Sportgericht des Bayerischen Fußballverbandes (BFV) beschäftigen. Die Richter werden prüfen, ob der senegalesische Ex-Profi in Diensten des Fußball-Bezirksoberligisten FC Kempten in den bisherigen zwei Spielen für den Landesliga-Absteiger überhaupt spielberechtigt war. Wie die Allgäuer Zeitung erfuhr, hat die SpVgg Kaufbeuren, die vor zwei Wochen zu Hause 1:2 gegen Kempten verloren hatte, in den letzten Tagen Einspruch gegen die Wertung des Derbys erhoben.

Dioufs Einsätze für den FCK sorgen in der Fußball-Szene schon seit Wochen für Gesprächsstoff. Denn der 31-jährige Afrikaner, das belegen Berichte im Internet, hatte am 1. August für seinen vorherigen Verein SSV Jahn Regensburg ein Freundschaftsspiel gegen die SpVgg Greuter Fürth II bestritten. Nachdem der FC Kempten die Verpflichtung des Afrikaners Mitte November bekanntgegeben hatte, sei - so ein Insider - «die komplette Liga stutzig geworden». Schließlich schreibe die Satzung des BFV klar vor, dass ein Spieler, der außerhalb der Wechselfristen zu einem anderen Verein geht, erst nach einer sechsmonatigen Inaktivität für den neuen Verein auflaufen darf.

Michael Eß, der Vorsitzende des FC Kempten, hatte keine Zweifel. «Wir sind davon ausgegangen, dass die Angaben im Pass von Jahn Regensburg stimmen», verteidigt er sich. Demnach habe der SSV für Dioufs letztes Spiel ein «Datum im März 2009» eingetragen, so Eß. Ein Eintrag übrigens, den die Passstelle des BFV nicht gesondert überprüft.

Die Tatsache, dass ausgerechnet Kemptens Sportlicher Leiter Dieter Breiter den Afrikaner an die Iller holte und als Dioufs Spielervermittler über dessen letzte Einsätze hätte Bescheid wissen müssen, kommentiert Eß mit dem Satz: «Mag sein, dass da die Sorgfaltspflicht nicht ganz genau genommen wurde.»

Am vergangenen Samstag nun sollte Diouf gegen Nördlingen zum dritten Mal zum Einsatz kommen. Doch nach einem angeblichen Hinweis von Seiten des Verbandes hat der FCK seinen Neuzugang kurzfristig aus dem Kader genommen. «Hätte Diouf am 1. August wirklich ein Sonderspielrecht gehabt und wäre mit dem Pass alles korrekt gelaufen, hätte ihn der FC Kempten doch spielen lassen können», wundert sich Hubert Ressel von der SpVgg Kaufbeuren und mutmaßt: «Vielleicht haben sie beim FCK selbst Zweifel bekommen.»

Zur Anzeige will Ressel mit dem Hinweis auf das schwebende Verfahren keine Auskünfte geben. «Wir warten ab, was das Sportgericht entscheidet.

» Sollten die Richter zur Auffassung kommen, Diouf war nicht spielberechtigt, droht dem FCK eine Geldstrafe und der Abzug der drei Punkte aus dem Kaufbeuren-Spiel. Damit würden die Kemptener auf den vorletzten Tabellenplatz fallen. Bei Dioufs Premiere gegen den TSV Kottern verlor der FCK ohnehin 0:2. Kotterns Trainer Bernd Kunze bestätigte der AZ: «Hätten wir verloren, hätten wir auch Einspruch erhoben.»

Im Oktober erst verurteilt

Erst im Oktober kassierte der FCK vom Sportgericht wegen des Einsatzes eines nicht berechtigten Spielers bei einem Test eine Strafe von 400 Euro. Und: Der damalige Sportliche Leiter Hubert Geiger bekam eine sechsmonatige Funktionärssperre.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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