Kempten
«Es wird schwierig, das Angebot zu halten»

6000 Sitzplätze soll die Multifunktionshalle haben, welche die beiden Städte Ulm und Neu-Ulm in den nächsten zwei Jahren bauen wollen. Dort sollen nicht nur die Spiele der Ulmer Basketballer zu sehen sein. Geplant sind auch Rock- und Popkonzerte sowie Fernsehaufzeichnungen und andere Großveranstaltungen. Für die Big Box Allgäu in Kempten entsteht dadurch eine Konkurrenz, klagt Big-Box-Chef Christof Feneberg. Klaus-Peter Mayr sprach mit ihm darüber.

Herr Feneberg, in Neu-Ulm wird eine Multifunktionshalle mit 6000 Sitzplätzen gebaut. Erwächst damit Konkurrenz für Ihre Big Box?

Feneberg: Ja. Das Angebot an hochwertigen Show- und Konzertveranstaltungen ist begrenzt, Neu-Ulm ist nur 80 Kilometer entfernt.

Was meinen Sie konkret damit?

Feneberg: Wenn Tournee-Veranstalter eine Konzerttour in ganz Deutschland planen, steuern sie in Süddeutschland die Münchener und Stuttgarter Hallen meist automatisch an. Hallen in den kleineren Städten wie Augsburg, Ravensburg, Friedrichshafen und Kempten sind nicht gesetzt, sie müssen um die Aufnahme in den Tourneeplan kämpfen. Wenn nun noch Neu-Ulm hinzukommt, wird dieser Kampf verschärft. Neben den Großstädten werden dann für die kleineren Städte nur noch einzelne Termine zur Verfügung stehen.

Was heißt das für die Big Box?

Feneberg: Für uns wird es schwierig werden, das derzeitige Angebot zu halten.

Wird Ihnen die Neu-Ulmer Halle auch Zuschauer wegnehmen?

Feneberg: Nein, das Problem ist nicht das Einzugsgebiet oder das Besucherpotenzial. Wir wissen, dass Besucher aus Ulm in der Big Box keine große Rolle spielen. Unser Kerneinzugsgebiet liegt in einem Radius von etwa 30 Autominuten um Kempten. Ulm hat sein eigenes Einzugsgebiet. Ausnahmen sind die wenigen großen Konzerte - nur werden diese sicherlich nicht sowohl in Kempten als auch in Ulm stattfinden.

Wie reagieren Sie auf die neue Angebots-Konkurrenz?

Feneberg: Dazu kann ich jetzt noch wenig sagen. Wir müssen abwarten, wie sich die Betreiber in Neu-Ulm verhalten werden. Gegenüber uns werden Sie sich allerdings insofern leichter tun, als sie von der öffentlichen Hand pro Jahr rund eine Million Euro Investitionskostenbeteiligung plus 450 000 Euro Betriebskostenzuschuss bekommen, garantiert auf 20 Jahre. Wir dagegen erhalten 350 000 Euro jährlich von der Stadt Kempten - bis auf weiteres. Das ist Wettbewerbsverzerrung. Würden wir 1,5 Millionen Euro erhalten, würden wir schwarze Zahlen schreiben.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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