Friedrichshafen
«Bestes aus Bestem schaffen»: Eine Luxuslimousine wird 70

Ein Glanzstück im Erdgeschoss des Zeppelin Museums ist der Maybach Zeppelin DS 8 unter der Teilrekonstruktion des Luftschiffes LZ 129 Hindenburg. Das gute Stück feiert in diesen Tagen seinen 70. Geburtstag.

Von Rost ist keine Spur, nur rasten muss er im Augenblick, der Maybach Zeppelin, der sich weitgehend im Originalzustand befindet. Die 3,8 Tonnen schwere, viertürige Limousine ist für fünf Personen zugelassen, Vorder- und Rücksitze können durch eine Scheibe getrennt werden. Der Kraftstoffverbrauch liegt bei rund 28 Litern je 100 Kilometer, die Höchstgeschwindigkeit bei 170 Stundenkilometern.

Gebaut wurde der Wagen von der Maybach-Motorenbau GmbH in Friedrichshafen und der Ravensburger Firma Karosserie Spohn in den Jahren 1938/39. Rund zehn Jahre zuvor, also in der Zeit der Weltwirtschaftskrise, hatte die Maybach-Motorenbau GmbH sich entschieden, ein teures Luxusauto zu konstruieren - ein Umstand, den Technikhistoriker als gewagte Entscheidung interpretieren.

Da drängen sich Parallelen zur heutigen Zeit auf, hat doch Daimler erst in diesem Frühjahr auf dem Automobilsalon in Genf erneut ein Modell namens «Maybach Zeppelin» präsentiert, das in seiner günstigsten Ausfertigung 483 140 Euro kostet.

1929 wurde für den neuen Wagentyp und seinem Zwölfzylinder Maybach-Motor mit dem Attribut der technischen Höchstleistung geworben, und man knüpfte damit unmittelbar an die sensationellen Erfolge der Zeppelin-Luftschifffahrt an: Zahlreiche Werbeanzeigen zeigten als Motiv das Luftschiff LZ 127 Graf Zeppelin, da beim Motor des Maybach Zeppelin die gleiche Motorentechnologie zugrunde lag wie bei den VL 2-Motoren der Luftschiffe. In einer Firmenbroschüre heißt es: «Nur Bestes aus Bestem schaffen, von dauerndem Wert, in höchster Vollendungsform neuen Entstehens.»

«Das perfekte Auto»

Der Maybach Zeppelin DS 8 galt als das perfekte Auto. Zudem zog Maybach durch den Bau dieser Luxuslimousine mit der Konkurrenz wie etwa Rolls-Royce gleich.

Der Kaufpreis betrug rund 45 000 Reichsmark, was dem Gegenwert von vier Einfamilienhäusern entsprach. Betuchte Prominente aus der ganzen Welt wie der Maharadscha von Patiala, Prinz Bernhard der Niederlande, Industrielle wie Dr. Oetker und Krupp oder Reichsaußenminister Joachim von Ribbentrop fuhren die Edelkarosse vom Bodensee, und auch Hugo Eckener, Ludwig Dürr und Karl Maybach.

Das Fahrzeug im Zeppelin Museum hatte mehrere Vorbesitzer in den USA und kam 1983 wieder nach Deutschland. 1996 erwarb es der Freundeskreis zur Förderung des Zeppelin Museums fürs Museum.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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