Isny-Neutrauchburg
Bedeutung der Reha steigt, weil Menschen länger arbeiten müssen

Krankheit, Unfall, Behinderung - das kann jeden treffen, und zwar in jedem Alter. In einer Gesellschaft, in der die Menschen länger arbeiten und immer älter werden, gewinne die medizinische Rehabilitation immer mehr an Bedeutung, sagte Ellio Schneider, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Rehabilitation (Degemed), bei der Vorstellung der Prognos-Studie. Die Untersuchung beziffert nach Angaben der Autoren erstmals genau den volkswirtschaftlichen Nutzen von medizinischer Rehabilitation: Für jeden investierten Euro erhalte die Gesellschaft schon heute fünf Euro zurück.

Die Verfasser der Studie entwerfen ein Zukunftsszenario bis zum Jahr 2025. Um neun Prozent wird sich demnach die Zahl der Berufstätigen erhöhen, die eine medizinische Nachsorge in Anspruch nehmen müssen. Vor allem im Bereich der Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen sowie bei Rückenschmerz-Patienten ist mit einer Zunahme zu rechnen. Viele Patienten benötigen nach der Akutversorgung oder Behandlung im Krankenhaus anschließend noch intensive medizinische oder physiotherapeutische Betreuung. Rund 400000 berufstätige Reha-Patienten werden für 2025 erwartet (im Jahr 2005 waren es noch 365000). Verschärft wird die Situation durch den Rückgang der Zahl der Arbeitnehmer insgesamt und einen immer deutlicher zutage tretenden Fachkräftemangel.

Vor diesem Hintergrund verdeutliche sich der Stellenwert medizinischer Nachsorge, sagte Schneider, der auch Geschäftsführer der Waldburg-Zeil Kliniken ist. «Rehabilitation sichert Arbeitsplätze, erhält den Betrieben wertvolles Know-how und vermindert krankheitsbedingte Fehlzeiten.»

Der Studie zufolge bleiben der Volkswirtschaft durch medizinische Reha jährlich über 150000 Arbeitskräfte erhalten, die ohne derartige Behandlung und Therapie frühzeitig aus dem Arbeitsleben ausscheiden würden. Die Experten des Prognos-Instituts berechneten daraus den Gewinn für die Gesellschaft: Dieser Effekt ergibt sich aus den gewonnenen Berufsjahren und den gesparten Arbeitsunfähigkeitstagen abzüglich der Kosten für den Arbeitsausfall während der Reha.

In Zahlen heißt dies: Der volkswirtschaftliche Nutzen liegt schon jetzt bei etwa 5,8 Milliarden Euro jährlich und lässt sich laut Studie auf 23,3 Milliarden Euro im Jahr 2025 steigern. Allerdings müssten Rahmenbedingungen und Akzeptanz der Reha gestärkt werden.

«Rehabilitation ist eine volkswirtschaftlich sinnvolle Investition in die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft. Die Gesellschaft sollte nicht an, sondern sie muss mit der Rehabilitation sparen», sagte Schneider.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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