Auf der Forelle Natur entdecken

Sepp Fischers Illerfähre ein beliebtes Ausflugsziel auch im Rahmen der Bayern Tour Natur Kronburg (scs). Der imposante Klang des Alphorns lockt die Besucher schon von weitem an. Im karierten Hemd und dunkelbrauner Lederhose steht Sepp Fischer im Garten am Illerufer und empfängt seine Fahrgäste musikalisch. Im Rahmen der 'Bayern Tour Natur' schippert der Fährmann aus Wagsberg bei Kronburg (Unterallgäu) Einheimische und Urlauber über die Iller. Allein im Allgäu konnten Naturliebhaber gestern bei rund 50 Angeboten wandern, radeln oder Exkursionen machen.

'Schaut\'s mal nach links, da blühen die Schwanenlilien', erklärt Fischer und rudert gemühtlich weiter. 'Und da hinten brüten die Plesshühner. Heuer schon zum zweiten Mal.'

Seit 1795 gibt es bei Wagsberg den Fährbetrieb, errichtet von der Herrschaft von Kronburg. Damals war die Iller noch ein reißender Fluss und die Boote wurden mit einem Seil über das Wasser gezogen. Bei Hochwasser konnten sie nicht mehr übersetzen. Dank des Wasserkraftwerkes Maria Steinbach, das im Jahr 1936 als erstes Unterwasserkraftwerk der Welt gebaut wurde, ist der Wasserpegel laut Fischer meist gleich, 'nur die Fließgeschwindigkeit nimmt zu.' Ein jähres Ende nahm die Illerfähre dann im Jahr 1968, als das gesamte Ufer bei einem Erdrutsch im Wasser versank.

Von seinen Eltern wieder aufgebaut, übernahm Sepp Fischer die Illerfähre. 'Seit ich acht bin, rudere ich übers Wasser. Vor knapp zehn Jahren kaufte er sich die 'Forelle', das fünfte Boot in seiner Sammlung. 'Meine Frau wollte für die 20 000 Mark lieber ein neues Auto, anstatt eine Fähre', scherzt Fischer.

Von Mai bis Oktober steht das bärtige Wagsberger Urgestein wochendends auf seiner 'Forelle' und erzählt den Passagieren von Naturschönheiten und dem Kraftwerk. 'Bei der Bayern Tour Natur fahre ich zehn bis 15 Mal am Tag über die Iller', sagt der 56-Jährige.

Auch bei der Bergung von Verunglückten hilft Fischer mit seinem Notboot.

Statt Fleisch, Käse, Waffen oder Holz zu schmuggeln, wie es laut Fischers Erzählungen früher die Absicht der Gäste war, fahren die Naturfreunde heute wegen der schönen Gegend über den Fluss. Da wird gelauscht, beobachtet und fotografiert. Vielleicht fahren sie auch deshalb mit, weil sie die Anekdoten von Sepp Fischer so gern hören. 'Wir sitzen oft bei ihm im Boot, und lassen uns die Geschichten erzählen. Danach dürfen wir den selbstgemachten Most kosten', sagt ein Gast.

Nm Ufer angekommen, bläst Fischer wieder in sein Horn. Es warten bereits die nächsten Gäste auf eine lustige Schifffahrt.

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