Memmingen
Alte Hüttenbalken als Herberge fürs Christkind

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Über Jahrhunderte boten die Balken - verbaut in einer Südtiroler Almhütte - Mensch und Tier ein Dach über dem Kopf. Jetzt beherbergen sie in einer kleinen, viereckig ausgefrästen Kammer die Heilige Familie. Zwei Unterallgäuer bauten aus ihnen Krippen, die sie heute und morgen bereits im zweiten Jahr für einen guten Zweck verkaufen.

Es sind handbehauene Balken aus verschiedenen Hölzern, sagt Axel Zenk, einer der Initiatoren des Hilfsprojekts «Holz für Leben». «Sie stammen von der Almhütte eines Freundes, die für einen Neubau abgerissen wurde.» Dieses alte Holz sei gefragt. Oft werde es teuer weiterverkauft, um damit neue Almhütten mit alter Optik zu errichten. «Deshalb wollten wir es auf keinen Fall für irgendeinen Unsinn verbrauchen», erzählt der Memminger.

Die Idee mit den Krippen entstand. Allerdings sollten die zuerst nur für Familie und Freunde sein. «Ich bin beruflich viel weg und wollte mit dem Krippenbau Zeit für meine Familie investieren und sie damit verschenken», sagt der 47-Jährige, der im Management einer international tätigen Firma arbeitet. «Der Anklang aber war riesig. Wir wurden schon fast gedrängt, die Krippen zu verkaufen.»

Zenk kam der Forderung zusammen mit seinem Freund Alfred Kössler aus Ottobeuren nach. In der Werkstatt des Herstellers von Holzbearbeitungsmaschinen frästen, sägten und bohrten die beiden den Sommer über. Die Krippenfiguren kauften sie bei einer Schnitzerei in Südtirol, die sie neben rund 40 anderen Firmen als Sponsor gewinnen konnten. Vergangenes Jahr produzierten sie so 68 der zwischen 35 und 150 Zentimeter hohen Krippen, heuer nochmal die gleiche Menge. Jetzt ist das alte Holz komplett verbraucht. Verkauft werden die Holz-Stelen mit indirekter Beleuchtung über den Figuren für 120 bis 200 Euro.

13800 Euro kamen so 2008 zusammen. Behalten wollten die Projektinitiatoren dieses Geld nie. «Der Verkauf sollte immer einem guten Zweck dienen», sagt Zenk. Warum? «Uns geht es allen gut und kaum einer schaut mehr darauf, wie viele Leute in Armut leben. Dabei tut es gut, wenn man diesen Menschen helfen kann», nennt er seine Beweggründe. Wichtig sei ihm allerdings, dass das Geld gezielt und nachvollziehbar eingesetzt werde. Es solle nicht in einem Verwaltungsapparat verschwinden.

In diesem Jahr haben bereits vor dem offiziellen Verkauf 26 Krippen den Besitzer gewechselt. Aufgrund eines Artikels in einer Südtiroler Zeitung gingen vier bis nach Italien. Zwei Käufer kamen laut Zenk extra aus Südtirol nach Memmingen, um sie zu holen. Die anderen beiden liefert er selbst aus.

Bei der Familie Zenk stehen derzeit fünf der Holz-Stelen - und zwar das ganze Jahr über. «Das machen viele unserer Kunden so», sagt der 47-Jährige. Denn schließlich lasse sich die Figur der Heiligen Familie nach Weihnachten ganz leicht aus ihrer Herberge herausnehmen. An ihrer Stelle bezieht bei Zenks dann ein Wichtelmännchen die Kammer im jahrhundertealten Balken.

Der Krippenverkauf findet statt am 3. und 4. Dezember von circa 9.30 bis 20 Uhr auf dem Theaterplatz in Memmingen. Infos auch unter Telefon 08331/73499 oder per Email info@akis-spielekiste.de.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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