Natur
Allgäuer Waldbesitzer müssen gegen Schneebruchschäden und Borkenkäfer kämpfen

Überall liegen in den Allgäuer Wäldern Äste und Baumstämme verteilt. Der viele Schnee im Januar hat einige Schäden angerichtet.
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  • Foto: Pia Jakob
  • hochgeladen von Camilla Schulz

Überall liegen Äste und Bäume verteilt, manche Spazierwege sind nicht betretbar: So sieht es derzeit in vielen Allgäuer Wäldern aus. Der viele und schwere Schnee im Januar 2019 hat große Schäden hinterlassen.

"In den letzten Jahren hatten wir keine vergleichbaren Schneemengen in so kurzer Zeit – dies ist der springende Punkt – die Schneemenge aus dem Januar 2019 über den ganzen Winter verteilt wäre gar nicht so ins Gewicht gefallen", so Andreas Täger, Geschäftsführer des Allgäuholz Markenverband e.V, zur aktuellen Situation in den Wäldern. Der schwere und nasse Schnee hat neben Gipfelbrüchen auch ganze Bäume umgeworfen.

Laut Täger wurden ungepflegte, dichtstehende Jungsbestände ebenso beschädigt wie Altholzbestände. Besonders betroffen seien alte Weißtannen, die wegen ihrer "Storchennestkrone" erhebliche Schneemengen aufgenommen haben und diese meist nicht mehr tragen konnten.

"Teilweise kommt man in den höheren Lagen wegen der Schneelage noch immer nicht richtig in die Wälder rein", so Täger. Die Waldbesitzer müssen aber die Schäden zügig aufarbeiten, damit danach die nächsten Schritte von der Flächenräumung zur sauberen Waldwirtschaft bis hin zur Beratung einer möglichen Aufforstung vorgenommen werden können. Dabei werden die Besitzer von den Forstwirtschaftlichen Zusammenschlüssen im Allgäu unterstützt. Die Kosten für die Aufarbeitung müssen Waldbesitzer aber selbst tragen.

"Das besondere an der Natur ist es, dass jede Veränderung eine neue Situation für neues Leben schafft. Brechen Bäume ab oder fallen um, entstehen Lichtschächte, Platz und Raum für die natürliche Verjüngung. Somit kann nach dem „Aufräumen“ wieder neues Leben entstehen", meint Andreas Täger. Was sich im ersten Moment schön anhört, birgt im zweiten Moment aber auch die Gefahr einer Massenvermehrung des Borkenkäfers und damit weitere Schädigungen der Wälder.

Weil das vergangene Jahr eines der trockensten seit Aufzeichnung der Wetterdaten war, hat das allen Lebewesen stark zugesetzt. Bei den Bäumen wurde das für die Nährstoff- und Wasseraufnahme so wichtige Feinwurzelsystem stark geschädigt. "Diese Schwächung aller Baumarten macht sich insbesondere bei der Fichte durch den verstärkten Befall mit Borkenkäfern bemerkbar. Der Borkenkäfer konnte im letzten Jahr einen hohen Ausgangsbestand für 2019 schaffen", bedauert Andreas Täger. Wenn der Schneebruch nicht zügig aufgearbeitet werde, habe der Borkenkäfer sehr viel bruttaugliches Material, um sich zu vermehren.

Deshalb müssen Waldbesitzer die vom Schneebruch verursachten Schäden in ihren Wäldern zügig aufarbeiten, damit die zu erwartende Borkenkäferkalamität verhindert oder zumindest gebremst werden könne.

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