Leutkirch
Adelige Ministerfrau zieht auch in Jeans los

Der weibliche Gesprächsgast von Moderator Bernd Dassel dort oben auf der Bühne, früher Gräfin und heute Freifrau, hat eine gute Kinderstube genossen, und so antwortet Stephanie zu Guttenberg auf die Frage, ob sie gerne ins Allgäu komme: «Natürlich, ich habe hier Freunde, bin so oft da, wie es nur geht und liebe von Herzen diese Region.» Dann blickt sie ins Publikum und wieder zum Moderator und zieht die Lippen zu einem verschmitzten Lächeln in die Länge. Das ist typisch für die 33-jährige Ehefrau des deutschen Verteidigungsministers: Zum einen ist sie schlagfertiger als mancher Politiker. Andererseits weiß man bei ihr nicht so genau - macht sie nun einen Witz oder ist ihr das todernst, was sie da sagt.

32000 Euro Spendengelder

Stephanie Freifrau zu Guttenberg, soviel steht freilich fest, wird das Allgäu nach dem Besuch in aller bester Erinnerung behalten. Über 32000 Euro darf sie an Spendengeldern aus der Reihe «Talk im Bock» entgegen nehmen, die in die Organisation «Innocence in Danger» (Unschuld in Gefahr - siehe auch Infokasten) fließen, für die sich die 33-Jährige einsetzt.

Die Regenbogenpresse reibt sich seit geraumer Zeit die Hände. Sie hat mit dem Ehepaar zu Guttenberg neue Society-Stars, die sich prima eignen für Titelfotos oder daumendicke Überschriften. Er (38), der smarte, aber zielstrebige Polit-Experte, der neben fachlicher Kompetenz auch ein bei vielen Politikern vermisstes Charisma ausstrahlt.

Sie (33), die selbstbewusste Betriebswirtin und Mutter zweier Kinder, die fünf Sprachen spricht, sich gegen Kindesmissbrauch einsetzt und, wenn Zeit dafür bleibt, die Krawatten ihres Mannes kauft. Ein Vorzeigepaar auf dem Laufsteg der Öffentlichkeit. So sind auch an diesem Abend zahlreiche Kamerateams ins württembergische Allgäu gekommen.

Stephanie zu Guttenberg mag nicht nur auf Glamour reduziert werden. «In meinem Kleiderschrank», sagt sie, «hängen nicht nur Abendkleider, sondern auch Jeans.» Wo genau in der Adels-Hierarchie eine Gräfin oder eine Freifrau anzusiedeln ist, wisse sie nicht. «Das ist mir egal.» Solche Feststellungen sind ihr wichtig, um zu untermauern: Nicht aufs Äußere komme es ihr an, sondern auf Inhalte. Weshalb sie in Leutkirch beim Thema Kinderpornografie keinesfalls an der Oberfläche bleibt, sondern in die Tiefe geht.

Weshalb sie Gerichtsurteile kritisiert, bei denen Täter mit in ihren Augen zu milden Strafen davonkamen und sie flammende Reden über die Organisation «Innocence in Danger» hält. Weil in ihren Erzählungen auch Bemerkungen vorkommen können wie «Da geht keine Sau hin», «Ach, schlagmichtot» oder «Diese Idioten», erhält sie vom Publikum Beifall auf offener Szene. Sie wirkt authentisch.

«Kinder dürfen keine Opfer werden»

«Kinder dürfen nicht zu Opfern werden», fordert sie und verspricht: «Dafür werde ich weiterhin vehement kämpfen.» Das wiederum, da besteht kein Zweifel, hat sie todernst gemeint.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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