Erpressung
Über 200.000 Euro Schaden nach Hackerangriffen auf Allgäuer Firmen

Bei der Kriminalpolizei Kempten wurden in den letzten zwei Wochen vier Hackerangriffe auf Allgäuer Firmen, Arztpraxen und Autohäuser angezeigt. Der entstandene Schaden liegt bei über 200.000 Euro.

Die Täter drangen über das Internet in die Computernetzwerke der Betroffenen ein und verschlüsselten dort alle Daten. Das führte zum sofortigen Stillstand bei den Firmen, die ihrer Arbeit nicht mehr nachgehen konnten. Die Arbeitnehmer wurden nach Hause geschickt.

Diese Vorgehensweise ist der Polizei bereits bekannt: Hacker dringen, meist über Schwachstellen der Firmennetze (Betriebssystem, Konfiguration), in die Netze ein oder nutzen die Unbedarftheit der Computernutzer aus, die z.B. E-Mail-Anhänge öffnen. Schnell verbreitet sich die Schadsoftware und verschlüsselt die wichtigen Daten.

Von den Erpressern werden dann meist Geldbeträge gefordert. Die Geldübergabe soll in „Bitcoin“, als anonyme Bezahlung über das Internet, stattfinden. Die Polizei rät grundsätzlich davon ab, die Zahlung zu leisten.

Die aktuellen Fälle sind jedoch laut Polizeiangaben noch krimineller: Die Forderungen gehen jetzt sogar in sechsstellige Eurobeträge. Wurde bezahlt, wird häufig nicht, wie versprochen entschlüsselt, sondern nochmals weiter Geld gefordert.

Der Rat der Polizei:

Es sollten regelmäßige Daten außerhalb der Computernetze gesichert und aufbewahrt werden. Kompetente IT-Dienstleister können dabei unterstützen.  Betroffene sollten Anzeige wegen Erpressung bei der zuständigen Kriminalpolizei erstatten.

In unserem Podcast erklärt Frank Köhler wie ein sicheres Passwort aussehen soll, was man tun kann, wenn seine Daten im Internet kursieren und warum man nie vollständig vor Hacker-Angriffen geschützt sein kann. Außerdem berichtet der 32-Jährige aus eigener Erfahrung, wie schnell man selbst Opfer von Internetkriminellen werden kann.


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