Internet-Kriminalität - Teil 4.
Sexpression/Sextortion: Erpressung mit Nackt-Bildern

Unter "Sexpression" versteht man die Erpressung des Geschädigten mit angeblichen intimen Aufnahmen.(Symbolbild)
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  • hochgeladen von Holger Mock

Unter "Sexpression" versteht man die Erpressung des Geschädigten mit angeblichen intimen Aufnahmen. Massenmails, oft ohne persönliche Ansprache, drohen damit, das Passwort oder den PC des Geschädigten gehackt und ihn beim Ansehen von pornografischen Aufnahmen gefilmt zu haben.

Bei "Sextortion" erfolgt hingegen eine persönliche Kontaktaufnahme zwischen Täter und Geschädigten über Soziale Netzwerke, auch oft einschlägige Partnervermittlungsseiten oder -apps. Sowohl Männer als auch Frauen sind Opfer. Oft erfolgt erst der Austausch normaler Bilder, bei denen der oder die Geschädigte feststellt, ein attraktives Gegenüber "an der Angel" zu haben. So geben Geschädigte dann auch recht bald dem Wunsch des Täters nach, intime Bilder und Aufnahmen zu verschicken. Oft passiert das auch dann, wenn die Gegenseite "in Vorleistung" gegangen ist.

Danach schlägt das Gespräch um und der Täter gibt sich als Erpresser zu erkennen. Es kommt zu Geldforderungen zwischen 1.000 und 5.000 Euro, die per Bitcoin transferiert werden sollen. Um die Veröffentlichung zu verhindern, zahlen viele Geschädigte aus Scham oder aus Angst.

Der Kripo Kempten sind nur ganz wenige Fälle bekannt, in denen kompromittierendes Material tatsächlich veröffentlicht wurde. Im Regelfall bricht der Kontakt mit der Geldforderung ab. Opfer der Masche werden sowohl junge als auch alte Menschen, sowohl Männer als auch Frauen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit setzen die Täter ein Übersetzungstool ein, sie gehen oftmals nicht auf den eigentlichen Chatinhalt ein, sondern weichen aus oder bleiben allgemein und versuchen, das Gespräch wieder auf "ihr Thema" zurückzulenken.

Prävention:

  • Klicken Sie „Sexpression“-Spam-Mails nicht an und löschen Sie sie gleich.
  • Nehmen Sie keine Freundschaftsanfragen von fremden Personen an.
  • Seien Sie zurückhaltend mit der Veröffentlichung persönlicher Daten wie Anschrift, Geburtsdatum oder Arbeitgeber.
  • Stimmen Sie nicht vorschnell einem Videochat zu.
  • Im Zweifel: kleben Sie die Chatkamera zunächst ab, um lediglich verbal zu kommunizieren und das Geschehen zu beobachten.
  • Stimmen Sie keinen Entblößungen oder intimen Handlungen in Videochats zu, wenn Sie die Person erst seit kurzem kennen.

Falls Sie erpresst werden:

  • Überweisen Sie kein Geld. Die Erpressung hört nach der Zahlung meist nicht auf.
  • Brechen Sie den Kontakt zu der anonymen Person sofort ab, reagieren Sie nicht auf Nachrichten.
  • Sichern Sie die Chatverläufe und Nachrichten im Original oder zumindest über einen Screenshot.

Im nächsten Teil der Serie informiert die Polizei über Fake-Shops im Internet.

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