"Love Scamming"
Seniorin aus Kaufbeuren überweist mehrere tausend Euro an Liebesbetrüger

Symbolbild.

Eine Kaufbeurer Seniorin ist auf das sogenannte "Love scamming" hereingefallen und hat dabei mehrere tausend Euro an einen Betrüger überwiesen.

Laut Polizei lernte die Frau über ein Dating-Portal im Internet einen angeblichen Akademiker aus Afghanistan kenne. Nach zahlreichen Chats stellte er der Seniorin in Aussicht, sie in Kaufbeuren besuchen zu wollen.

Zunächst sollte die Frau eine "Box" des Mannes annehmen, wofür sie die Zollgebühren auf ein ausländisches Bankkonto überwies. Im weiteren Verlauf überwies die Seniorin mehrere tausend Euro für eine angebliche Unbedenklichkeitsbescheinigung und ein "Anti-Terror-Zertifikat" des Pakets an ein ausländisches Konto, erklärt die Polizei in einer Mitteilung. Nur so könne ihr das Paket zugestellt werden.

Mit der Zeit kamen der Kaufbeurerin Zweifel, dass der Mann die Liebe vortäuschte und nur an ihrem Geld interessiert war. Die Dame entschloss sich nach Recherchen, in die auch eine Detektei eingebunden war, den "Liebesbetrug" bei der Polizei anzuzeigen.

Die Masche

"Das Phänomen ist bei der Polizei als 'Love Scamming' bekannt und beschäftigte die Ermittler vor allem Mitte des letzten Jahrzehnts", erklärt die Polizei. Danach ebbte die Welle ab und wurde von neuen Betrugsmaschen wie zum Beispiel den "Falschen Polizeibeamten" abgelöst.

Inzwischen erlebe die Liebes-Betrugsmasche "wieder eine Art Comepack", so die Polizei weiter. Das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West verzeichnete im Jahr 2019 zehn Ermittlungsverfahren, 2020 sind es bereits sieben. In vielen Fällen entstand dabei laut Polizei ein finanzieller Schaden für die Betroffenen. So erbeuteten die Täter 2019 aus sieben Fällen über 50.000 Euro, 2020 aus vier Fällen bereits über 40.000 Euro.

Aufgrund der intimen Details trauen sich Opfer oft nicht, Anzeige bei der Polizei zu erstatten.

Wie die Täter vorgehen

Die Betrüger überhäufen die Opfer mit Liebesbekundungen und Aufmerksamkeit. Im Verlauf der Zeit entstehe dadurch eine emotionale Abhängigkeit bzw. eine Beziehung zu dem Unbekannten, erklärt die Polizei. Dann kommt plötzlich ein vermeintlicher Notfall in das Leben des Betrügers, bei dem nur das Opfer mit dem eigenen Geld helfen kann.

Das empfiehlt die Polizei

"Grundsätzlich sollte man Menschen, die man nie persönlich kennengelernt oder gesehen hat, kein Geld überweisen oder auf sonstige Forderungen eingehen", rät die Polizei. Gerade im Internet tummeln sich laut Polizei viele Betrüger, die an der Gutgläubigkeit der Mitmenschen viel Geld verdienen wollen. Bei "unglaublichen Angeboten" solle man immer misstrauisch sein.

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen