Warnhinweis der Polizei
Schon 86 Fälle in diesem Jahr in Kempten und dem Oberallgäu: Polizei warnt vor Telefonbetrügern

Die Polizei warnt vor Telefonbetrügern. (Symbolbild)
  • Die Polizei warnt vor Telefonbetrügern. (Symbolbild)
  • Foto: Anja Lachenmayer
  • hochgeladen von Holger Mock

Am Mittwoch hat die Polizei vor falschen Polizisten gewarnt. Diese haben versucht, im südlichen Landkreis Oberallgäu, Senioren um Geld zu betrügen. Die Betrüger teilen ihren Opfern am Telefon mit, soeben einen Anruf der Kriminalpolizei erhalten zu haben, wonach Einbrecher festgenommen worden seien. Bei ihnen wäre eine Liste mit weiteren Einbruchsopfer aufgefunden worden. Um Wertgegenstände vor Diebstahl zu schützen, sollten diese zur Sicherheitsverwahrung Polizeibeamten übergeben gegeben werden.

Betrüger sind immer wieder erfolgreich

Bereits 86 solcher Anrufe wurden in diesem Jahr im Landkreis Oberallgäu und Kempten bekannt. Im Jahr 2020 registrierte die Polizei in Kempten und im Oberallgäu insgesamt 241 Anrufe mit dieser Betrugsmasche.

Auch wenn die Betrüger mittlerweile häufiger anrufen müssen, sind sie in Einzelfällen immer wieder erfolgreich. Im Bereich des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West wurden 2020 über 1.300 Fälle angezeigt. In neun Fällen davon waren die Betrüger erfolgreich und erbeuteten insgesamt mit der Masche über 400.000 Euro.

Telefonbetrüger manipulieren ihre Opfer

Durch geschickte Manipulation und wiederholte, teils über Tage dauernde Anrufe gelingt es ihnen, ein starkes Vertrauensverhältnis zu ihren Opfern aufzubauen. Um glaubwürdiger zu wirken, wird das Opfer teils aufgefordert, bei der örtlichen Polizeidienststelle zurückzurufen. Der Täter täuscht dann durch das Einspielen eines Freizeichens vor, dass die Verbindung unterbrochen wurde, obwohl diese noch weiter besteht. Wenn das Opfer nun die Nummer der örtlichen Polizei oder die 110 wählt, wird keine neue Verbindung aufgebaut. Stattdessen täuscht derselbe Täter oder ein Komplize vor, den Anruf als "richtige Polizei" wieder anzunehmen.

Die im Telefondisplay der Angerufenen angezeigte Rufnummer kann von den Tätern über eine Software manipuliert werden. Im Falle falscher Polizeibeamter wird teils die Rufnummer der örtlichen Polizeidienststelle oder die örtliche Vorwahl in der Verbindung mit der 110 angezeigt. Die Anzeige einer bekannten Rufnummer ist also kein Grund für falsches Vertrauen.

Angerufene erkennen Betrugsmasche

Die Angerufenen erkannten die Masche und gingen bislang nicht auf die Gespräche ein  beziehungsweise beendeten diese sofort. Die Vorgehensweise des "falschen Polizeibeamten" ist nicht neu und wird von Betrügern über Callcenter perfide angewandt und fortgeführt.

So soll man sich bei solchen Anrufen verhalten

  • Geben Sie am Telefon nie Auskunft über Vermögensverhältnisse. Behörden fordern Sie nicht zur Herausgabe von Bargeld auf.
  • Setzen sie Familienangehörige und Nachbarn über diese Vorgehensweisen in Kenntnis.
  • Sie erhalten keine Anrufe von der Notrufnummer 110.
  • Legen Sie auf und rufen Sie bei dem geringsten Zweifel den Polizeinotruf 110.
  • Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen und lassen Sie keine unbekannten Personen in Ihre Wohnung.

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