"Love-Scamming"
Liebesbetrüger haben im Allgäu heuer schon 250.000 Euro ergaunert

"Love-Scamming": Oft nehmen Betrüger über das Internet Kontakt auf.
  • "Love-Scamming": Oft nehmen Betrüger über das Internet Kontakt auf.
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Das Phänomen"Love-Scamming" oder "Romance Scamming": Es beschäftigt die Polizei im Allgäu momentan verstärkt. Wie die Polizei mitteilt, hat der Liebes-Betrug mittlerweile die "Falschen Polizeibeamten" abgelöst. Das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West meldet im laufenden Jahr 14 Fälle mit bislang rund 250.000 Euro Betrugs-Beute.

Aktueller Fall: Ostallgäuerin fällt auf "Love-Scaming" herein

Zuletzt wurde eine 61-jährige Ostallgäuerin Opfer eines Liebesbetrügers. Seit rund einem Jahr hatte ihr ein angeblicher Spanier über das Internet die große Liebe vorgegaukelt. Der Betrüger schaffte es, die Frau dazu zu bringen, ihm immer wieder Geld zur überweisen. Darüber hinaus wurde immer wieder Geld auf ihr Konto überwiesen, das sie weiter überweisen sollte. Sie wurde so auch noch zur Geldwäscherin. Sie hat den Betrug schließlich doch durchschaut und angezeigt. Der Schaden für die 61-Jährige hält sich mit rund 1.500 Euro zwar in Grenzen. Trotzdem bleibt ein bitteres Gefühl zurück.

Die Polizei informiert: So funktioniert der Betrug!

Die Masche
Die Opfer trauen sich aufgrund der intimen Details aus der Kommunikation oft nicht, eine Anzeige bei der Polizei zu erstatten.

Der Hintergrund
Die Angesprochenen werden mit Liebesbekundungen und Aufmerksamkeit überhäuft. Es entsteht im Verlauf der Zeit eine emotionale Abhängigkeit beziehungsweise eine Beziehung zum Unbekannten – auf einmal kommt ein vermeintlicher Notfall oder eine finanzielle Notlage in das Leben der neuen Liebe. Helfen kann nur das Opfer – mit dem eigenen Geld.

Anhand nachfolgender Tipps können Sie die Betrüger erkennen:

1. An der Kontaktaufnahme:
Über Netzwerke oder Dating-Seiten kommen Scammer an Mailadressen. Eine knappe Mail in englischer Sprache mit einer Einladung zum Chat dient als Lockmittel. Da die Betrüger oft mit deutschen Mailadressen arbeiten, ist selten ersichtlich, dass sich hinter den netten Zeilen ein Scammer verbirgt.
2. An der Sprache:
Die Betrüger kommunizieren meistens in gutem Englisch. Insider gehen davon aus, dass rund 95 Prozent der englisch sprechenden Kontakte auf deutschen Dating-Seiten Romance- oder Love-Scammer sind. Allerdings gibt es auch viele, die perfekt Deutsch sprechen.
3. An den Bildern:
Scam-Frauen locken ihre Opfer bevorzugt mit schönen Fotos, auf denen sie oft leicht bekleidet zu sehen sind, während Scam-Männer häufig Fotos von uniformierten Männern nutzen.
4. Am Inhalt der Mails:
Scammer überhäufen ihre Opfer schon nach dem ersten Kontakt mit ellenlangen Briefen voller schwülstiger Liebesschwüre. An den überbordenden Liebeserklärungen und Liebesbekundungen sind sie leicht zu erkennen. Aber es geht auch anders: Seriös wirkende Mails sollen das Interesse wecken. Oft wollen die Scammer alles über ihr Opfer wissen: Hobbys, ehemalige Partner, Kinder, Freunde, auch der Glaube an Gott spielt immer eine Rolle. Wichtig: Die Scammer bezeichnen ihre neuen Partner schon bald als "Ehemann" oder "Ehefrau" und schmieden Heiratspläne. Deswegen scheint die Bitte um ein Visum oder ein gemeinsames Konto gerechtfertigt.
5. An Verbindungen nach Westafrika/Russland/Südostasien:
Ob Geschäftsreise oder familiäre Probleme, es gibt vielfältige Gründe für eine Verbindung nach Nigeria, Ghana usw. Frauen hingegen leben oft in osteuropäischen / südostasiatischen / südamerikanischen Ländern.
6. An Bitten um Geld / Visum / Päckchen- oder Briefversand / gemeinsames Konto:
Es gibt viele Gründe, das Opfer um Geld zu bitten. Weigert es sich, Geld zu schicken, finden Betrüger andere Wege. Gefälschte Schecks, die in Deutschland eingezahlt werden sollen, gehören dazu. Momentan sehr stark ausgeprägt ist der Wunsch nach einer Einladung nach Deutschland. Die Betrüger schaffen es auch, geschickt die Opfer für ihre Zwecke zu missbrauchen, beispielsweise sollen diese Briefe oder Päckchen an dritte Personen verschicken. Scam-Frauen erbetteln sich häufig Einladungen nach Deutschland. Oft geben die Betrüger vor, ein gemeinsames Konto mit dem Opfer eröffnen zu wollen und bitten um Kopien von Ausweisen. Die Daten werden für Fälschungen von Pässen genutzt.

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