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Kriminalstatistik der Polizei: Menschen leben im Allgäu "so sicher wie noch nie seit 2008"

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Polizeipräsident Werner Strößner und Kriminaldirektor Michael Haber haben am Freitag die Polizeiliche Kriminalstatistik für das Jahr 2019 vorgestellt. Das Fazit der Polizei: Der Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West zählt weiterhin zu den sichersten Regionen Deutschlands. Polizeipräsident Strößner in einer Pressemitteilung: „Zwischen den Allgäuer Alpen und der Donau leben die Menschen - statistisch gesehen - so sicher wie noch nie seit der Gründung des neuen Polizeipräsidiums 2008!“

Vorstellung der Kriminalitätsstatistik des Polizeipräsidiums Schwaben Süd-West
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Das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West, das auch für das Allgäu zuständig ist, hat demnach im letzten Jahr 38.771 Straftaten registriert, ein Rückgang um über acht Prozent.

Das Risiko im Allgäu: "vergleichsweise niedrig"

Gradmesser für die Sicherheitslage in einer Region ist die sogenannte Häufigkeitszahl, die Anzahl von Straftaten, umgerechnet auf 100.000 Einwohner. Diese Häufigkeitszahl liegt im Bereich des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West mit 3.964 ebenfalls um knapp neun Prozent unter der des Vorjahres. Die Sicherheitslage hat sich also der Statistik nach weiter verbessert. In ganz Bayern liegt sie bei 4.615, das heißt dass das Allgäu sogar im bayernweiten Vergleich eine niedrigere Häufigkeitszahl hat, damit als sicherer gilt als der bayerische Durchschnitt. „Das Risiko, in Schwaben Süd/West Opfer einer Straftat zu werden, ist damit als vergleichsweise niedrig anzusehen“, so Polizeipräsident Strößner.

Auch die Aufklärungsquote ist so hoch wie noch nie. Über 72 Prozent der Straftaten konnte die Polizei demnach aufklären. Gesamtbayern liegt bei 67 Prozent, die bundesweite Aufklärungsquote bei knapp 58 Prozent. Neben professioneller Ermittlungsarbeit sieht Strößner auch Hinweise aus der Bevölkerung als maßgeblich bei der Aufklärung von Straftaten.

Knapp 2.000 Fälle von Callcenter-Betrug

Ein Problemfeld: Anruf-Betrug. Immer mehr Menschen in der Region, vor allem Seniorinnen und Senioren, werden Opfer von kriminellen Betrügern, die versuchen, den Menschen über Telefonanrufe Geld und Wertsachen zu entlocken. Die Täter: Organisierte Banden, die von überwiegend im Ausland eingerichteten Callcentern aus die Opfer anrufen. Die häufigste Betrugsmasche: Falsche Polizeibeamte, die am Telefon beispielsweise vorgeben, man wolle die Opfer vor Einbrüchen schützen, indem man ihre Wertsachen abholt. Hier sind die Zahlen stark angestiegen auf knapp 2.000 gemeldete Fälle. Zwei Jahre zuvor waren es noch knapp 250.

Falsche Polizeibeamte beschäftigen die richtige Polizei nach wie vor. Wenngleich die Präventionsarbeit offenbar greift und der Beuteschaden dadurch deutlich zurückgegangen ist, sind die Fallzahlen nochmal angestiegen. Das Thema muss in der Öffentlichkeit weiterhin präsent bleiben“, so der Polizeipräsident. In vielen Fällen würden die Senioren dadurch "um ihre gesamten Ersparnisse und Wertgegenstände und an den Rand des Ruins gebracht."

Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist dagegen rückläufig. Rund ein Viertel weniger Wohnungseinbrüche als im Jahr zuvor verzeichnete die Polizei, insgesamt 273 Fälle (2018: 360). Damit folgt das Allgäu dem bayernweiten Trend.

Gewalt: Oft ist Alkohol im Spiel

Gewaltkriminalität (Mord, Totschlag, Vergewaltigung, Raub, schwere und gefährliche Körperverletzung): Auch hier ist die Zahl rückläufig. In den vier Jahren zuvor waren es jedes mal mehr Gewalt-Delikte, 2019 verzeichnet die Polizei einen Rückgang um gut zehn Prozent. Nach wie vor spielt Alkohol bei der Gewaltkriminalität eine große Rolle.n„Jeder dritte Gewalttäter war alkoholisiert“, so Kriminaldirektor Haber. Vier von fünf Gewaltdelikten kann die Polizei aufklären, oft weil sich Opfer und Täter kennen.

Straßenkriminalität (Sachbeschädigung, Diebstahl, Körperverletzung und Raub): Laut Haber ist das "Risiko, Opfer einer Straftat in der Öffentlichkeit zu werden, (...) im Bereich des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West besonders gering“. Im 10-Jahresvergleich gibt es der Statistik nach 24 Prozent weniger Fälle von Straßenkriminalität.

Mehr Kriminalität in der Anonymität des Internets

Internet-Kriminalität: Hier ist die Zahl stark angestiegen. Über 1.000 Fälle, 18 Prozent mehr als im Jahr zuvor gab es 2019. „Die Kriminalität verlagert sich zunehmend von der Straße in die digitale Welt“, so Haber.

Sexualdelikte: Auch hier spielt das Internet eine große Rolle. Die Zahl der Sexualdelikte sei zwar insgesamt rückläufig (-12,4 Prozent), aber es kommen immer mehr Fälle im Bereich "Verbreitung von pornografischen Schriften" über digitale Medien und Messengerdienste (beispielsweise das Weiterleiten von Nacktfotos ohne Wissen oder Einwilligung des Opfers). Hier hat die Polizei im Jahr 2019 gut 36 Prozent mehr Fälle bearbeitet.

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