Kriminalität
Kriminalstatistik der Polizei: Allgäuer leben "deutlich sicherer als in anderen Regionen Deutschlands"

Polizei Schwaben Süd/West: Erfreuliche Kriminalitätsstatistik 2018 (Symbolbild Verhaftung)
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  • Foto: Alexander Kaya
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Gut zwei Prozent weniger Straftaten im Bereich des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West: Eine Bilanz, die Polizeipräsident Werner Strößner freut. Zusammen mit dem Leitenden Kriminaldirektor Albert Müller hat er am Dienstag die Kriminalstatistik für das Jahr 2018 vorgelegt.

„Fast schon traditionell wiederhole ich mich auch heuer gerne. Die Menschen leben hier deutlich sicherer als in anderen Regionen Deutschlands“, leitete Werner Strößner die Veröffentlichung ein. 42.253 Straftaten wurden demnach im Jahr 2018 registriert, ein Rückgang um 2,2 Prozent.

Überdurchschnittlich gute Sicherheitslage

Die Kriminalhäufigkeitszahl (KHZ) gilt als Gradmesser für die Sicherheitslage der Region und errechnet sich aus der Zahl der bekannt gewordenen Straftaten pro 100.000 Einwohner. Man kann daraus ersehen, wie groß die Gefahr ist, Opfer einer Straftat zu werden. Das lässt sich dann direkt mit anderen Regionen vergleichen. Hier wird deutlich: Auch im Bayerischen Vergleich schneidet die Region gut ab. Im Schutzbereich des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West liegt die KHZ bei 4.023, in Gesamtbayern 4.571. Der Bundesdurchschnitt lag 2017 bei 6.982 (Zahl für 2018 liegt noch nicht vor).

71,6 Prozent der Straftaten kann die Polizei aufklären. Auch hier liegt die Polizei in der Region vor dem Durchschnitt (Bayern 2018: 66,7; Bund 2017: 57,1 Prozent). Seit über zehn Jahren steigt die Aufklärungsquote stetig an und „belegt die engagierte und akribische Ermittlungsarbeit unserer Polizeibeamten. In nicht wenigen Fällen führten auch Hinweise von Privatpersonen zur Ermittlung eines Tatverdächtigen“, so Polizeipräsident Werner Strößner.

Albert Müller, Leiter des Sachgebiets für Kriminalitätsbekämpfung fügt hinzu, „dass sich Straftäter in unserer Region einem überdurchschnittlich hohen Risiko der Identifizierung konfrontiert sehen müssen. Dadurch können wir mehr Tatverdächtige zur Anzeige bringen als in vielen anderen Regionen der Republik“.

Im Bereich der Gewaltkriminalität sieht es etwas anders aus. Hier war die Zahl der Fälle mit gut 1.500 Gewalttaten 2018 etwas höher als im Jahr zuvor. Allerdings liegt der Bereich auf die Einwohnerzahl umgerechnet ebenfalls immer noch knapp unter bayerischem und weit unter bundesdeutschem Durchschnitt. Und: Die Aufklärungsquote ist bei Gewaltdelikten mit 85,5 Prozent höher als der Durchschnitt.

Maßnahmen gegen Wohnungseinbrüche zeigen Wirkung

Rund 20 Prozent weniger Wohnungseinbrüche: Die Polizei führt das auf die Arbeit der „Soko Wohnungseinbruch“ zurück. Spezialisten der Kripo versuchen über Informationen die Bevölkerung zu sensibilisieren, damit verdächtige Wahrnehmungen schneller an die Polizei gemeldet werden - mit Erfolg.

Anrufe betrügerischer Callcenter steigen exorbitant

„Unser großes Sorgenkind ist die erschreckende Entwicklung des Callcenterbetrugs. Wir müssen dafür sorgen, dass überall über dieses Phänomen gesprochen wird. Denn das Wissen um diese Masche ist der wirksamste Schutz dagegen“, mahnt Werner Strößner.

Tatsächlich registriert die Polizei eine hohe dreistellige prozentuale Zunahme bei Anrufen falscher Polizeibeamte durch betrügerische Callcenter im Ausland. Organisierte Banden rufen Seniorinnen und Senioren an und geben sich akzentfrei als Kriminalbeamte aus. Die durch eine technische Manipulation im Display angezeigte Rufnummer 110 wirkt besonders vertrauenswürdig. Ein gängiges Beispiel: Die Angerufenen sollen ihr Geld zum Schutz übergeben, da gegen einen unzuverlässigen Mitarbeiter der Hausbank ein Ermittlungsverfahren läuft oder weil beim Angerufenen ein Einbruch unmittelbar bevor stehe. In nicht wenigen Fällen werden die Senioren dadurch um ihre gesamten Ersparnisse und an den Rand des Ruins gebracht.

Autor:

Holger Mock aus Kempten

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