Gewalt gegen Polizeibeamte
Immer mehr verletzte Polizisten im Bereich des Polizeipräsidiums Schwaben Süd-West

Im vergangenen Jahr haben Angreifer insgesamt 1.475 Polizisten verletzt. Drei von ihnen zogen sich schwere Verletzungen zu. (Symbolbild).
  • Im vergangenen Jahr haben Angreifer insgesamt 1.475 Polizisten verletzt. Drei von ihnen zogen sich schwere Verletzungen zu. (Symbolbild).
  • Foto: David Yeow
  • hochgeladen von Lisa Hauger

Vergangenen Freitag hat ein Mann mit einem Siegelring einen Polizisten in Lautrach bewusstlos geschlagen. Der Polizist kam ins Krankenhaus und war einige Tage krankgeschrieben. Polizeipräsident Werner Strößner zeigte sich entsetzt über diesen gewalttätigen Angriff. Die Polizei werde den Fall zeitnah zur Entscheidung vorlegen, sagt er laut Pressemitteilung. 

Doch auch ein anderer Fall von Gewalt gegen Polizeibeamten ist noch nicht abschließend geklärt: Im Juni 2019 hatte ein 29-Jähriger in Oberstdorf Passanten mit einem Messer attackiert. Danach ging er auf zwei Polizisten los: Er würgte beide Beamten und drückte einem Polizisten im Schwitzkasten die Luftzufuhr ab. Auch ein Schlagstock hielt den 29-Jährigen nicht von weiteren Angriffen ab. Zeugen halfen schließlich, den Mann zu überwältigen. Gegen den vorbestraften Mann ermittelte die Kriminalpolizei Kempten unter anderem wegen versuchten Totschlags. Die Gerichtsverhandlung ist noch ausstehend. 

Neuer Höchststand verletzter Polizisten im Bereich Schwaben Süd-West

Die Zahl der Angriffe auf Polizeibeamte des Polizeipräsidiums Schwaben Süd-West ist 2019 zwar leicht rückläufig. Die Qualität der Taten hat aber deutlich zugenommen, teilt das Polizeipräsidium Schwaben Süd-West mit. 

Demnach registrierte die Polizei vergangenes Jahr 601 Fälle verbaler oder körperlicher Gewalt gegen Polizeibeamte im Zuständigkeitsbereich. Das sind rund ein Drittel weniger als im Jahr 2018. Verletzt wurden im Jahr 2019 bei diesen Fällen knapp 1.500 Polizisten. 205 davon wurden verletzt, drei darunter schwer. 

Die meisten Taten nachts und am Wochenende

Meistens ereigneten sich die Taten nachts und am Wochenende bei freiheitsentziehenden Maßnahmen (223 Fälle) und Identitätsfeststellungen beziehungsweise Sachverhaltsabklärungen (162 Fälle). Bei 50 Fällen ging keine polizeiliche Maßnahme voraus. 

Am häufigsten hatten die Beamten des Polizeipräsidiums Schwaben Süd-West mit Beleidigungen (229 Fälle), Tätlichen Angriffen (160 Fälle) und Widerständen (102 Fälle) zu tun. Dadurch stieg auch die Zahl der Dienstausfall-Tage um 114 Tage. 

Die meisten Angreifer unter Alkohol- oder Drogeneinfluss

Am meisten betroffen waren die Polizisten im Wach - und Streifendienst. Eine große Rolle spielte dabei der Alkohol- oder Drogeneinfluss: 2019 waren rund 340 von rund 500 Tatverdächtigen betrunken oder auf Drogen. 

Polizeipräsident Strößner hofft auf BodyCam

Polizeipräsident Werner Strößner ist nachdenklich. Die bereits hohe Anzahl verletzter Kolleginnen und Kollegen hat nun einen neuen Höchststand erreicht. Strößner hofft, "die seit November 2019 in unserem Präsidium flächendeckend eingesetzte BodyCam zu einem Rückgang der Angriffe führt. Die ersten Erfahrungen der Kollegen mit diesem neuen Einsatzmittel sind sehr positiv.“

Einführung der "Body-Cam": Mehr Schutz für Polizeibeamte im Allgäu

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