Betrugsmasche
Immer mehr Meldungen über falsche Polizeibeamte gehen bei der Polizei im Allgäu ein

Immer häufiger geben Betrüger sich am Telefon als Polizeibeamte aus, um an Geld zu gelangen.
  • Immer häufiger geben Betrüger sich am Telefon als Polizeibeamte aus, um an Geld zu gelangen.
  • Foto: Anja Lachenmayer
  • hochgeladen von Michelle aus dem Aus dem Bruch

Die Meldungen über falsche Polizeibeamte bei der Polizei im Allgäu häufen sich. Dabei gehen die Betrüger immer nach dem gleichen Muster vor: 

Der Anrufer gibt sich als Polizist aus und erklärt, dass bei dem Angerufenen ein Einbruch geplant sein. Deswegen solle dieser sein Geld und seinen Schmuck in Sicherheit bringen. Ein Kollege des vermeintlichen Polizeibeamten könne alle Wertsachen abholen, es wäre aber auch möglich, Geld und Schmuck im Umfeld des Hauses zu verstecken. Das Telefondisplay des Angerufenen zeigt die Nummer 110 oder die Telefonnummer der örtlichen Polizeidienststelle an.

Frau aus Westendorf (Buchloe) hat alles richtig gemacht

Am Mittwochabend hatten falsche Polizeibeamte eine Frau aus Westendorf bei Buchloe angerufen. Weil sie nach dem Anruf der Betrüger verunsichert war, meldete sie sich über den Notruf 110 bei der richtigen Polizei. Die Buchloer Polizei schickte daraufhin eine Streife zum Haus der Dame. Sie nahmen den Sachverhalt auf und beruhigten die Frau.

Außerdem klärten sie sie darüber auf, dass es sich bei der anzeigten Rufnummer um eine  technische Manipulation handelt, die vorgaukeln soll, dass die Polizei anruft. Die Frau hat sich genau richtig verhalten.

Solche Fälle werden immer öfter angezeigt

Diese und ähnliche Fälle werden immer öfter bei der Polizei angezeigt. Im Jahr 2016 waren es im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West 260 Anrufe und es kam zu zehn Geldübergaben. Der Beuteschaden beläuft sich auf insgesamt rund 600.000 Euro. Es gelang der Polizei, einen der "Geldabholer" in Kaufbeuren festzunehmen.

Im Januar und Februar 2018 wurden bislang bereits 76 Anrufe von falschen Polizeibeamten bekannt. Die Dunkelziffer dürfte um ein Vielfaches höher sein.

Besonders stark von Anrufen betroffen waren bisher die Stadt und der Landkreis Lindau (34 Fälle), die Stadt und der Landkreis Neu-Ulm (14 Fälle), die Stadt und der Landkreis Günzburg (zehn Fälle), die Stadt Kempten und der Landkreis Oberallgäu (neun Fälle), die Stadt Kaufbeuren und der Landkreis Ostallgäu (fünf Fälle) und der Landkreis Unterallgäu mit drei Fällen. Zu Geldübergaben kam es nicht.

Die Anrufer verhalten sich äußerst professionell und sind sehr sprachgewandt. Die Polizei rät deshalb:

Rufen Sie bei dem geringsten Zweifel den Polizeinotruf 110. Haben Sie keine Angst anzurufen! Lieber einmal zu oft den Notruf genutzt, als betrogen zu werden.

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