35 Kilo Marihuana
"Herausragendes Verfahren" - Kripo und Staatsanwaltschaft sprengen Allgäuer Drogenring

Knapp 35 Kilogramm Marihuan und weitere Drogen hat die Kriminalpolizei beschlagnahmt.
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In den letzten Monaten ist der Staatsanwaltschaft Kempten und der Kriminalpolizei Kempten in Zusammenarbeit mit der Landespolizei Vorarlberg ein größerer Schlag gegen die organisierte Kriminalität im Allgäu gelungen. Bei mehreren Hausdurchsuchungen stellte die Polizei unter anderem rund 35 Kilogramm Marihuana, weitere Drogen und mehrere Waffen sicher. Aktuell sitzen acht Tatverdächtige in Untersuchungshaft.

Drogenhandel im großen Stil 

Bereits seit November 2021 hatte die Staatsanwaltschaft Kempten gemeinsam mit der Kripo gegen mehrere Personen aus dem Bereich Kempten, Memmingen, Lindau und Vorarlberg ermittelt. Sie stehen im Verdacht, mit größeren Mengen Betäubungsmittel gehandelt zu haben. Größtenteils waren die Verdächtigen bereits polizeibekannt.

Hauptverdächtiger ist ein 25-jähriger, in Dornbirn wohnhafter, deutscher Staatsbürger. Er soll über einen längeren Zeitraum mit Marihuana und Kokain im großen Stil gehandelt haben. Bei einer Grenzkontrolle von zwei Männern am 24. Februar entdeckten die Beamten dann 300 Gramm Kokain, woraufhin die beiden Männer festgenommen wurden. Im Zuge von Hausdurchsuchungen am selben Tag wurden dann noch 1,5 Kilogramm Marihuana und 750 Gramm Amphetamin beschlagnahmt. Die beiden Männer hatten offenbar versucht, die Drogen vom Hauptverdächtigen aus Dornbirn nach Deutschland zu bringen. Die Festgenommenen hatten in Kempten eine Art "Drogen-Taxi" betrieben.

Koordinierte Durchsuchungsaktionen in Deutschland und Österreich

Drei Tage später, am 27. Februar, kam es dann zu einer koordinierten Durchsuchungsaktion in Deutschland und Österreich. In Österreich wurde dann auch der 25-jährige Hauptverdächtige festgenommen. Er wurde nach Feldkirch in die Justizanstalt gebracht und wartet dort auf seine Auslieferung nach Deutschland. Weiter wurden in Österreich im Großraum Bregenz und Dornbirn sechs Objekte durchsucht. Dabei stellten die Beamten erneut geringere Mengen Kokain und Cannabis, Schusswaffen, eine größere Summe Bargeld, zwei hochwertige Autos, eine Harley und eine Luxusuhr sicher. 

Gleichzeitig wurden auch in Deutschland insgesamt 14 Objekte durchsucht. Dabei wurden insgesamt 32 Kilogramm Marihuana, 200 Gramm Kokain, Ecstasy, Heroin, weitere Waffen und Bargeld sichergestellt. Vier Verdächtige wurden vorläufig festgenommen und befinden sich mittlerweile in Untersuchungshaft. Bei den Durchsuchungen am 27. Februar konnte die Polizei zwei größere Drogenlager ausheben. Bei einem Mann aus dem Landkreis Lindau wurden in einem "Rauschgiftbunker" 13 Kilogramm Marihuana und zwei scharfe Revolver sichergestellt. Bei einer Frau aus dem Memminger Raum entdeckten die Beamten 17 Kilogramm Marihuana. 

Bei einer dritten groß angelegten Aktion am 4. Mai wurden dann erneut 22 Durchsuchungsbeschlüsse bei 16 Verdächtigen vollzogen. Insgesamt wurden dabei rund 1,3 Kilogramm Marihuana, 20 Gramm Amphetamin, jeweils geringe Mengen Kokain und Heroin und 10.000 Euro Bargeld gefunden.
 

Acht Personen in Untersuchungshaft 

Insgesamt wurden im Zuge der Ermittlungen acht Personen inhaftiert. Dabei handelt es sich um eine Frau und sieben Männer, die überwiegend deutsche Staatsbürger sein sollen. Der Straßenwert der sichergestellten Drogen liegt laut Kriminalpolizei bei etwa 300.000 Euro. Bei der Pressekonferenz lobte Sebastian Murer von der Staatsanwaltschaft Kempten immer wieder die reibungslose Zusammenarbeit mit der österreichischen Polizei. Weiter betonten Murer, dass bis zur Verurteilung die Unschuldsvermutung gilt. 

Hat das Allgäu ein Drogenproblem?

Angesichts der großen Menge an Drogen, die allein in diesem Verfahren beschlagnahmt wurden, stellt sich natürlich die Frage: Ist die Drogenkriminalität in Kempten besonders verbreitet? Nach Angaben von Josef Ischwang von der Kripo Kempten ist das Gegenteil der Fall. Trotz diesem größeren Fall ist die Drogenkriminalität im Allgäu eher unterdurchschnittlich. "Trotzdem leben wir hier natürlich nicht im gesegneten Land. Es gibt sehr wohl Kriminalität im Allgäu", so Ischwang.

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