Tipps der Polizei
Anrufbetrüger ergaunern beinahe 1.300 Euro

Symbolbild.

Am Dienstag, den 08.09.2020, forderten Betrüger einen angeblich offenen Rechnungsbetrag bei einer Frau ein. Diese bezahlte über einen Bezahldienstleister. Nur durch eine schnelle Reaktion entstand kein finanzieller Schaden.

Der Anlass

Ein männlicher Anrufer meldete sich gegen Dienstagmittag per Telefon bei einer 52-jährigen Frau aus dem nördlichen Landkreis Oberallgäu. Der Mann stellte sich als Staatsanwalt vor. Er gab im Gespräch vor, dass die Geschädigte einem Lottoanbieter angeblich 2.000 Euro schulden würde. Er gab der Geschädigten eine Telefonnummer durch, die angeblich die Rechtsabteilung des Anbieters sein sollte.
Die Dame meldete sich dort und ein weiterer Betrüger schlug der 52-Jährigen einen Vergleich vor, wonach sich die Summe bei sofortiger Bezahlung auf 1.300 Euro reduzieren würde. Die Frau ging auf diesen Vergleich ein und überwies die Summe über einen Bezahldienstleister.
Eine Bekannte machte die Frau kurz darauf auf die Betrugsmasche aufmerksam und brachte sie direkt zur Polizei.

Eine bei dem Bezahldienstleister eingerichtete Hotline verhinderte Schlimmeres. Durch einen Anruf des ermittelnden Beamten der PI Kempten im Rahmen der Anzeigenaufnahme konnte die Transaktion noch vor der Auszahlung gestoppt werden und die Geschädigte erhält ihr Geld somit zurück.

Die Masche

Die Callcenterbetrüger schlagen in letzter Zeit vermehrt mit Maschen ähnlich dieser auf. Aus einem vermeintlich bestehenden Vertragsverhältnis zwischen einer Firma und dem Angerufenen seien hohe Forderungsbeträge entstanden. Entschließe sich der Angerufene nun schnell zur Zahlung, könne der Forderungsbeitrag reduziert und die Angelegenheit „schnell und unkompliziert“ aus der Welt geschafft werden.
Einen zugrunde liegenden Vertrag und auch daraus resultierende Kosten gibt es allerdings gar nicht.

Das Phänomen

Durch Callcenterbetrüge unter dem Phänomen „Falscher Bediensteter“ beziehungsweise „Falscher Amtsträger“ entstand im Jahr 2019 ein Schaden von über 230.000 Euro im Zuständigkeitsbereich des PP Schwaben Süd/West. Die Polizei registrierte im Jahresverlauf 1.950 Anrufe, 7 dieser Anrufe waren für die Betrüger von Erfolg gekrönt. Im Jahr 2020 wurden bereits über 900 Anrufe mitgeteilt, auch hier waren bislang 7 erfolgreich. Die Schadenssumme im laufenden Jahr beträgt bereits über 250.000 Euro.
Im Landkreis Oberallgäu und der Stadt Kempten meldeten sich 2019 über 350 Angerufene bei der Polizei. Ein Fall davon war erfolgreich, die Beute betrug dabei 20.000 Euro. Im Jahr 2020 gingen bislang 175 Meldungen ein, den Betrügern gelang es bislang aber nicht, einen Angerufenen zu täuschen.

Die Empfehlungen

Die Polizei rät:
• Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen, speziell nicht durch vermeintliche Eile
• Prüfen Sie erhobene Forderungen sorgfältig. Lassen Sie sich Unterlagen schriftlich zusenden.
• Rufen Sie beim geringsten Zweifel bei der Behörde an, von der die angebliche Amtsperson kommt. Suchen Sie die Telefonnummer der Behörde selbst heraus oder lassen Sie sich diese durch die Telefonauskunft geben.
• Die Staatsanwaltschaft wird niemals telefonisch Geld von Ihnen verlangen.
• Geben Sie am Telefon keine Details zu Ihren finanziellen Verhältnissen preis.
Weitere Hinweise finden Sie unter www.polizei-beratung.de

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