Musical
Zwischen den Noten spielen

'Das, was Musik ausmacht, steht zwischen den Noten.' Mit diesen Worten bringt Dirigent und Komponist Kurt Gäble sein Schaffen auf den Punkt. Und genau das findet sich vor allem in 'Franziskus', einem Thema, das Gäble schon immer ergreift und tief bewegt.

Den Anfang nahm die Erfolgsgeschichte dieses Musical im Jahre 2005: 'Damals war ich mit Paul Nagler bei der Aufführung unseres Gemeinschaftswerkes 'Freude' in Oberösterreich.' Und an diesem Tag war die Entscheidung getroffen: 'Wenn ich noch ein Musical schreibe, dann Franziskus.' Denn eigentlich wollte Gäble genau das nicht mehr machen – Musicals komponieren.

Die 'treibende Kraft' bei der Entstehung von Franziskus war Paul Nagler, der das Libretto geschrieben hat und dies auf zwei Ebenen – einen historischen Teil mit dem Sonnengesang zu Franz von Assisi und einem modernen Teil mit den Fragen der Menschen unserer Zeit. Komponiert hat Gäble dann von Herbst 2005 bis Mitte 2006. 'Ich habe geschrieben wie ein Getriebener. Aber dass es so umfangreich wird, hatte ich nicht erwartet.' Doch glücklicherweise war bis zur Uraufführung von Franziskus in Hawangen alles fertig. 'Gerade noch rechtzeitig', erinnert er sich.

Eintauchen

Die sieben Aufführungen waren allesamt ein Riesenerfolg. 'Und dies mit Musikern und Sängern, die alle ehrenamtlich tätig waren. Und sie waren buchstäblich infiziert, vom Geist des Franziskus. Das Musical war für uns ein Eintauchen in eine völlig andere Welt.'

Und das ist jetzt auch wieder so, bei der Neuinszenierung von Franziskus. Essentiell seien das Vertrauen und das Zusammenspiel zwischen den Musikern und Sängern, und 'das entsteht aus der Arbeit und den Proben', erklärt Gäble. 'Neben dieser starken Vernetzung ist natürlich auch viel Konzentration gefordert.'

Und dann ist da noch die Sache mit dem Empfinden für Sprache und Klang in der Musik. 'Die Noten sind die Basis eines Musikstücks, sozusagen das Handwerkszeug', beschreibt der Komponist. Mit diesem bloßen Stückwerk aber könne man niemanden berühren. 'Bei der Musik geht es nicht darum, die vorhandenen Noten einfach abzuspielen. Man muss spüren, hin fühlen, erleben.' Damit ein Werk berührt, braucht es also Musiker, die diese besondere 'Sprache der Musik' sprechen. Und einen Dirigenten, der mitreißt. Durch Mimik und Gestik bringt er den Inhalt des Stücks auf den Punkt. Und zum Ausdruck. Das ist vor allem bei einem intensiven und zugleich zeitlosen Thema wie Franziskus von größter Bedeutung.

Natürlich gibt der Dirigent auch das Tempo und die Einsätze an. Letztendlich ist Dirigieren aber ein Ausdruck des sich Fühlens. 'Und dabei kommt es wiederum auf die eigene Stimmung an. Obwohl es immer das gleiche Werk ist, klingt jede Aufführung anders.' Wenn der Dirigent seine Musiker und das Publikum berührt und begeistert, dann erst hat er sein Werk vollbracht.Woher er dieses Gefühl für Musik hat? 'Ich bin mit Musik groß geworden. Und zwar autodidaktisch. Ich habe einfach immer ein gutes, offenes Ohr gehabt, war wissbegierig, habe hingehört und damit erfasst und begriffen.' Viele glückliche Umstände und Zufälle haben ihm dann den Weg zu seinem heutigen Schaffen geebnet. Zum Dirigieren, komponieren und instrumentieren. Das Konservatorium war dabei natürlich ein unterstützender Faktor.

Bei der Neuinszenierung von Franziskus hat Gäble die musikalische Gesamtleitung für rund 140 Musiker und Sänger.

'Gemeinsam wollen wir ausdrucksstark musizieren. Denn alles andere ist nichts. Zu berühren und zu bewegen, ist das Höchste, das wir erreichen können.' Eine Wiederholung von 2007 wird Franziskus 2015 nicht. 'Der Ansatz ist aktuell, der Anspruch neu.' Mit diesem besonderen Projekt können alle Beteiligen über den 'musikalischen Alltag' hinausschauen – und sie tun es mit Begeisterung und Eifer.

Erleben können Sie das Musical Franziskus am Donnerstag, 12., Freitag, 13., und Samstag, 14. März, jeweils 20 Uhr. Karten erhalten sie unter Telefon 0831/206-5555.

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