Erfindung
Zwei Unterallgäuer haben Gerät entwickelt, das Stromertrag steigern soll

Er fährt auf Dächern vorwärts, rückwärts, putzt, kann sogar filmen und stürzt trotz Dachschräge nicht ab: Die Rede ist von Helios 2F1, einem Roboter, der Photovoltaikanlangen reinigt und überprüft. Entwickelt haben ihn die Unterallgäuer Joachim Friedl und Hermann Staudinger.

Den Ertrag einer Anlage könne man um drei bis fünf Prozent steigern, indem der Roboter die Module von Staub und Schmutz befreit. Denn Ablagerungen stören die Stromproduktion. Der Stolz auf ihr << Baby >> ist den Erfindern anzusehen, als Friedl den Roboter auf seinem Werkstattdach in Lauben (Unterallgäu) vorführt. Er bewegt Helios mit einer Fernsteuerung, die von einem Baukran entlehnt ist, und Staudinger assistiert. Könnte der Roboter den Blick schweifen lassen, würde er im Laubener Gewerbegebiet einige Photovoltaikanlagen auf Hallen entdecken - viel Arbeit wartet also auf den Neuling.

Zwei Jahre haben die beiden Tüftler gebastelt, bevor sie Helios kürzlich auf der Messe << Inter Solar >> vorstellten. Nun soll der Roboter in Serie gehen: << Wir bauen fünf Geräte, für die wir schon Abnehmer haben >>, sagt Staudinger. Er ist wie Friedl Unternehmer und beschäftigt in Bad Grönenbach 15 Mitarbeiter. << Die reine Bauzeit des Roboters beträgt etwa vier Wochen, wenn alle Teile lieferbar sind >>, ergänzt Staudinger.

Ein Roboter, der den Ertrag von Photovoltaikanlagen steigert: In Zeiten der Energiewende könnte das ein profitables Geschäft werden. Auf die Idee kamen die Unterallgäuer durch Solarmonteure, die nach einem Gerät fragten, das nicht nur reinigt, sondern auch filmt - mit einer Wärmebildkamera, die erkennt, an welchen Stellen die Module nicht mehr funktionieren.

Helios saugt sich an den Modulen durch Unterdruck fest - ein System, das sich die beiden Erfinder patentieren ließen. Das Gerät besteht vor allem aus Karbon und Aluminium, wiegt 50 Kilogramm, ist bis zu 1,80 Meter lang und 90 Zentimeter breit. Vorne und hinten können Bürsten angebracht werden, die die Module trocken oder mit Wasser und Spezialflüssigkeit reinigen.

Ihren Helios möchten Staudinger und Friedl Solar-Reinigungsfirmen anbieten oder direkt an Endverbraucher vermieten, die aber in die Anwendung erst eingewiesen werden müssten. << Wir möchten Helios deutschlandweit sowie in den südlichen europäischen Ländern über Händler vertreiben >>, blickt Staudinger voraus. Die Unterallgäuer Erfinder sind überzeugt, dass sie die Konkurrenz gerade auch beim Preis unterbieten. Rund 40000 Euro soll das fertige Gerät kosten.

Das Arbeiten auf dem Dach hat Helios für heute eingestellt. Jetzt sind wieder seine Schöpfer dran, die ihn und seine Nachfahren an den Mann bringen möchten. Von Solarparks bis zu großen Dachflächen kann er überall eingesetzt werden - Hauptsache die Fläche ist durchgehend. Helios hat in nächster Zeit viel vor. Er wird auf regionalen Messen putzen und filmen. Seine nächste Bühne wird die Allgäuer Festwoche, bei der Friedl und Staudinger ihren Roboter präsentieren werden.

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by Gogol Publishing 2002-2020

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen