Zwei Tunnel im Allgäu stehen im Wettbewerb

Biessenhofen/Marktoberdorf | vit | Biessenhofen befürchtet, dass sich Marktoberdorf auf Kosten der Nachbarkommune vom Verkehr entlastet. Dies wurde bei einer Versammlung in Biessenhofen deutlich. Thorsten König vom Straßenbauamt Kempten verwies gleichzeitig auf den Druck für die Umgehung: Wenn die Genehmigung nicht vorankomme, fließen die Bundesmittel in ein ähnlich teures Projekt im Oberallgäu. Werde gar eine komplette Neuplanung nötig, so König, könnte das die Verkehrsentlastung für Bertoldshofen und Marktoberdorf um zehn Jahre zurückwerfen.

Abteilungsleiter König erklärte die Hintergründe: Ähnlich wie die Umgehung Marktoberdorf sei der Entlastungstunnel bei Fischen kurz vor dem Planfeststellungsverfahren. Der Bund habe für beide Vorhaben die gleiche Priorität zum Bau. Nun gebe es ein 'Kopf-an-Kopf-Rennen': Dort, wo es schneller Baurecht gibt, werde gebaut. Beide Maßnahmen gleichzeitig könne das Amt nicht bewältigen.

Bürgermeister Wolfgang Eurisch hielt mit den Bedenken Biessenhofens dagegen: Man befürchte, dass der Verkehr von B 16 und B 472 bei Altdorf landet. Daher will man die neue Auffahrt der B 472/16 auf die B 12 möglichst weit nach Osten schieben. Auch eine Neubau-Trasse ab Stötten führte er an. Doch dies sehen die Straßenbauer skeptisch.

König und sein Kollege Dr. Hermann Streicher erläuterten die Trassen, mit denen man Ende des Jahres in das Planfeststellungsverfahren gehe (siehe Info-Kasten). Klar favorisiert sei die Amtstrasse, da sie für Bertoldshofen und Marktoberdorf die größte Entlastung bringe. Für Biessenhofen, so die Prognosen, bedeute keine Variante mehr Belastung. Denn der Verkehrsstrom auf der B 472 laufe zwischen Kempten und Schongau. König machte klar, dass vor allem Ortsfremde eine Umgehung annehmen. Der Ortskundige kenne hingegen seine Schleichwege. Nur wenn der Umweg Zeit spart, weiche er auf die Umgehung aus.

Tunnelaushub für Lärmschutz

Die Bürger befürchten auch Nachteile beim Hochwasserschutz für Hörmanshofen. Hier werde es keine Nachteile geben, versprach König. Der Lärmschutz sei ebenfalls kein großes Thema, weil die Grenzwerte nur an einem Haus überschritten werden. König bot aber an, den Tunnelaushub für Geländemodellierungen auf landwirtschaftlichen Flächen zu verwenden, damit der Lärmschutz noch besser werde.

Vom Bärensee zur B12

Mehrfach betonte König: Durch Biessenhofen quäle sich auf der B 16 fast nur örtlicher Verkehr zwischen Kaufbeuren und Kempten. Die niedrige Bahnbrücke verhindere zu viel Schwerlastverkehr. Mit der B 12 habe Biessenhofen zudem faktisch schon eine Umgehung. Aktuell führe die Stadt Kaufbeuren aber ernsthafte Gespräche über eine neue B 12-Auffahrt mit einer Verbindung zur B 16 in Höhe des Bärensees.

Enttäuscht kritisierten einige Bürger, dass das Straßenbauamt vom Bundestag nur den Auftrag für eine Umgehung von Marktoberdorf und Bertoldshofen habe, Biessenhofen aber nicht berücksichtigt werde. 'Ist denn der Abgeordnete Rossmanith nur für Oberdorf da?' fragte ein Kreener in die Runde.

Die Umgehungspläne sind auch Thema einer Bürgerversammlung für die Marktoberdorfer und Bertoldshofener am Dienstag, 17. Juni, um 19.30 Uhr im Marktoberdorfer Rathaussaal. Auch in Bidingen ist eine Versammlung geplant.

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