Kempten
Zwei super Schwergewichte langen kräftig zu

Nachschlag? Aber sicher! Anton Mayr (43) vom SV 29 Kempten und Alfredo Santangelo (20) vom TSV Kottern greifen im Betriebsrestaurant der Allgäuer Zeitung bei Rostbratwürsten und Sauerkraut beherzt zu. Das dürfen die beiden Ringer-Schwergewichte auch. Hinter ihnen liegt eine kräftezehrende Bezirksliga-Saison, die sie mit großem Erfolg beendeten. Beide Ringer haben in 18 Wettkämpfen keinen einzigen Kampf verloren! Damit teilen sie sich Platz eins in der Bestenliste der Liga.

Wie kommt es, dass gleich zwei Schwergewichte aus Kempten heuer ungeschlagen blieben?

Santangelo: Ganz einfach. Weil wir nicht gegeneinander gekämpft haben

Aber Sie treten doch beide vorwiegend im Schwergewicht bis 120 Kilo an?

Anton Mayr: Das schon. Aber in unterschiedlichen Stilarten. Ich bin auf griechisch-römisch spezialisiert, wo Griffe nur oberhalb der Gürtellinie erlaubt sind. Alfi tritt im Freistil an. Da wird vom Kopf bis zum Fuß gerungen.

Sind Sie beide trotzdem schon einmal aufeinandergetroffen?

Santangelo: Ja, vor drei, vier Jahren bei einem Turnier. Da habe ich gewonnen.

Mayr: Das war allerdings auch im Freistil, deiner Spezialdisziplin. Den nächsten Kampf machen wir griechisch-römisch!

Sie haben mit 43 Jahren also noch nicht genug vom Ringen, Herr Mayr?

Mayr: So ist es. Nächste Saison bin ich auf jeden Fall wieder dabei. Ich brauche das Ringen. Allein schon als Ausgleich zum Beruf

Dabei haben Sie keinen Bürojob, sondern sind Landwirt

Mayr: Ja, ich habe 45 Kühe. Aber viel Arbeit läuft heute maschinell. Statt der Physis wird die Psyche immer wichtiger. Als Bauer musst Du organisieren, Dich vermarkten, Ideen entwickeln. Diesen Alltagsstress vergesse ich, sobald ich die Turnhalle betrete.

Santangelo: Vor Anton haben die Gegner noch immer viel Respekt!

Und was fällt dem Routinier zum 23 Jahre jüngeren Alfredo ein?

Mayr: Wendig, aggressiv, technisch gut. So einer ist auch für jeden Gegner unangenehm.

Die meisten Menschen träumen davon abzunehmen. Wollen Sie noch zulegen, Herr Santangelo?

Santangelo: Das kommt darauf an, wo ich eingesetzt werde. Zurzeit habe ich 95 Kilo. Wenn ich in einer höheren Liga ringen würde, müsste ich im Schwergewicht vielleicht noch ein paar Kilo zulegen. In der Bezirksliga ging es heuer auch so. Der Vorteil bei meinem Gewicht: Ich kann auch im Halbschwergewicht (bis 96 Kilo) eingesetzt werden. Je nachdem, wo mich der Trainer braucht.

Mayr: Das ist bei mir ähnlich. Ich habe heuer die Vorrunde im Schwergewicht gekämpft. Da hatte ich 106 Kilo. In der Rückrunde wurde ich im Halbschwergewicht eingesetzt - und musste abspecken. Zehn Kilo in fünf Wochen.

Santangelo: Das kenne ich. Ich habe vor ein paar Jahren für einen wichtigen Kampf im Halbschwergewicht einmal in einer Woche zehn Kilo abgenommen!

Wie bitte?

Santangelo: Ich habe fast nichts gegessen, dafür aber viel getrunken - und jeden Tag trainiert. Das geht. Aber man muss es wirklich wollen.

Wo wollen Sie nächste Saison ringen?

Santangelo: Auf jeden Fall in Kottern. Wir haben eine tolle Truppe. Heuer sind wir Zweiter geworden. Nächste Saison ist der Aufstieg drin. Und auf die Derbys gegen den SV 29 freue ich mich auch schon.

Mayr: Ja, das ist schon etwas Besonderes, wenn 400 Leute in die Halle kommen. Das gibt es bei anderen Vereinen in unserer Liga nicht. Wie gefährlich ist ihr Sport eigentlich?

Mayr (lacht): Das Gefährlichste am Ringen ist das Fußballspielen vor dem Training.

Santangelo: Ringen hat klare Regeln und ist ein fairer Sport

Mayr: sonst würden wir hier wohl kaum so nett zusammensitzen.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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