Zwei nehmen Abschied nach Jahrzehnten des Gestaltens

Von Barbara Hell | Buchenberg Bei der Weiberfasnacht wurden sie als 'Drückeberger' verhöhnt. Im wieder faschingsfreien Leben müssen sich Manfred Frey und Karl Tannheimer freilich keinerlei Vorwürfe machen, wenn sie bei der Kommunalwahl im März nicht mehr antreten: 36 und 30 Jahre im Gemeindeparlament - das ist schließlich eine stolze Bilanz.

Nur noch wenige Wochen sind es bis zu den Kommunalwahlen am 2. März. In etlichen Gemeinden im Oberallgäu treten einige Männer nicht mehr an, die Jahrzehnte lang im Gemeindeparlament aktiv waren, darunter auch als stellvertretende Bürgermeister. In einer Serie stellen wir diese verdienten Kommunalpolitiker vor.

1972 wurde der damals 28-jährige Manfred Frey für die CSU in den Buchenberger Gemeinderat gewählt, in diesen jungen Jahren bereits Ortsvorsitzender. In Buchenberg geboren hat er sich schon als Schüler fürs Geschehen in der Gemeinde interessiert und früh war ihm klar, dass er sein Heimatdorf mitgestalten will. Noch lebhaft erinnert er sich an die harten Diskussionen zu Zeiten der Gebietsreform, als für Buchenberg eine Zukunft als eigenständige Gemeinde völlig unsicher war. Mit allen Mitteln arbeiteten die Kommunalpolitiker daran, das Schicksal einer Eingemeindung abzuwenden.

In den 36 Jahren seiner Gemeinderatszeit, davon zwölf Jahre als Zweiter Bürgermeister, ging es für den Malermeister vor allem darum, die Infrastruktur Buchenbergs zu verbessern. Seine persönlichen Schwerpunkte setzte er auf die Pflege des Orts und den Fremdenverkehr. Noch heute kann sich der 65-Jährige darüber echauffieren, wenn hässliche Wertstoffinseln mitten im Ort stehen oder Mülleimer an der Hauptstraße abmontiert werden und Papier auf dem Gehweg landet. 'Da bleib’ ich dran, dass das anders wird', verspricht er.

Als der CSU-Mann 1986 als Bürgermeisterkandidat mit einer Wahlniederlage gegen Ernst Windmüller eine bittere Pille schlucken musste, blieb er dennoch Gemeinderat. Mit seinem früheren Gegenspieler, dessen Stellvertreter er dann auch war, arbeitete Manfred Frey 'prima zusammen'. Stolz ist er heute auf eine 'gute Infrastruktur' Buchenbergs, eine Schule mit M-Zug und geschaffenen Baugebieten, denn 'wenn ein Ort nicht wächst, stirbt er'.

Ja zum Wachstum sagt auch Karl Tannheimer, der 30 seiner 50 Lebensjahre als Gemeinderat wirkte. Der Landwirt aus Eschach sieht dabei aber auch darauf, dass die Entwicklung maßvoll bleibt und die Orte und Weiler ihren ursprünglichen Charakter bewahren. Vehement lehnte Tannheimer, der zwölf Jahre lang Dritter Bürgermeister war, ein geplantes Betriebsgebäude am Eschacher Weiher ab und ist heute noch froh darüber, dass es mit knapper Mehrheit abgelehnt wurde.

Denn der sanfte Tourismus und die Anliegen der Landwirtschaft waren dem Freien Wähler immer besonders wichtig. Einig mit der Gemeinderatsmehrheit war er sich auch in der Frage, dass auf dem Eschacher Höhenrücken keine Windräder und im Kreuzthal kein Mobilfunkmast stehen sollen. Jetzt wird versucht, über eine Änderung des Flächennutzungsplan Alternativstandorte zu finden.

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