Gericht
Zwei Jugendliche aus dem Ostallgäu erpressen jüngeren Mitschüler

Zwei 15 und 16 Jahre alte Jugendliche sind wegen Erpressung und Nötigung eines jüngeren Mitschülers verurteilt worden. Das Jugendschöffengericht in Kaufbeuren sah es als erwiesen an, dass die beiden Beschuldigten einen 14-jährigen Jugendlichen aus dem Ostallgäu offenbar schon seit längerem ausgenutzt und bedroht hatten.

Im März dieses Jahres hatte der 16-Jährige 150 Euro von dem jüngeren Klassenkameraden gefordert und für den Fall des Nicht-Bezahlens mit Schlägen gedroht. Der bedrohte 14-Jährige gab ihm wenige Tage später zehn Euro, vertraute sich dann aber einem Lehrer an. Nachdem die Ermittlungen angelaufen waren, wurde dem Jugendlichen von einem anderen Klassenkameraden (15) dringend nahegelegt, bei der Polizei keine Angaben zu machen - sonst gebe es Schläge. Zwar bestritten die beiden Beschuldigten die Vorwürfe. Das Jugendschöffengericht hatte jetzt aber keine Zweifel an ihrer Schuld. Es verurteilte den 16-Jährigen, der bereits mit Eigentumsdelikten in Erscheinung getreten war, wegen Erpressung zu einer zehnmonatigen Jugend-Bewährungsstrafe. Als Auflagen wurden 80 Stunden gemeinnützige Arbeit und die Teilnahme an einem sozialen Trainingskurs verhängt.

Der zweite Angeklagte, der bislang noch nicht mit dem Gesetz in Konflikt gekommen war, wurde der Nötigung schuldig gesprochen und richterlich verwarnt. Er muss 60 Sozialstunden ableisten. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Der Hauptangeklagte hatte vor Gericht die Erpressung geleugnet und versucht, das Opfer als säumigen Schuldner darzustellen. Das Opfer versicherte jedoch als Zeuge, dass er dem Angeklagten kein Geld geschuldet hatte. Diese Schilderung wurde auch vom Klassenlehrer bestätigt.

Dass der Jugendliche auch schon vorher von Klassenkameraden ausgenutzt wurde, ergab sich aus der Zeugenaussage eines Mitschülers. Dieser hatte erklärt, der 14-Jährige habe den anderen << immer was kaufen müssen >>.

Die Situation des Opfers hat sich seit der Anzeige offenbar grundlegend geändert: Wie der Klassenlehrer betonte, ist der Jugendliche jetzt << völlig verändert und befreit, weil er es endlich einmal geschafft hat, zu sagen: << Bis hierher und nicht weiter! >>

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