Rathaussturm
Zwei Dutzend wilde Wiebr vertreiben Bürgermeister Johann Zeh

In 20 Minuten ist alles vorbei: Bürgermeister Johann Zeh kauert an einer Holzhütte vor dem Rathaus, gefesselt mit einem Seil, die Krawatte ist natürlich gestutzt. Um ihn herum tanzen ausgelassen die weiß gekleideten «wilden Wiebr» und feiern ihren Triumph.

Mit Teppichklopfer, Staubwedel und Seil bewaffnet haben sie kurz zuvor entschlossen mit ihrem Schlachtruf «As goht drunter und drieber - mit de Lindeberger Wiebr» das Rathaus gestürmt, um selbst das Regiment in Lindenberg zu übernehmen. «ZLindeberg, des isch a Graus, do gond scho bald die Eingeborne aus. Dass die Entbindungsstation stoht it so lear, muass halt ebbas anders her! Ies Wiebr fallt scho nommas i - do duat ma uifach a paar Sunnebänk ni. Do ka de Birgermoischtr sich regeneriere, weil mir en numma lond regiere» haben sie den über 100 Zuschauern auf dem Stadtplatz angekündigt.

Nach einem kurzen Tumult im Vorraum des Rathauses kehren die «wilden Wiebr» erfolgreich nach draußen zurück, begleitet mit fetziger Musik von der Harmonie des TSZ - in ihrer Gewalt Bürgermeister Johann Zeh. Kleinlaut folgen ihm kurze Zeit später dann Hauptamtsleiter Roland Kappel, Stadtbaumeister Kurt Kirschenmann und Ordnungsamtsleiter Thomas Geiger, bewaffnet mit kleinen Spielzeugschwertern und ebenfalls mit einer etwas zu kurzen Krawatte.

Gefesselt am «Lindenberger Spezial-Narrenbaum» - der eine verblüffende Ähnlichkeit mit einem überalterten Christbaum hat - präsentieren die «wilden Wiebr» Zeh ihre Vorschläge für eine erfolgreiche Stadtpolitik. «De Stadtplatz, den leare, den fillet mir auf, do machet mir an Bolzplatz nauf.

» Und auch für das schon seit vielen Jahren leer stehende Altersheim haben die Lindenbergerinnen eine Lösung: «des wird a Wellnessoase mit am knackige Masseur.» Am Scheidegger Skywalk haben die «wilden Wiebr» Gefallen gefunden, und so lautet ihr tollkühner Vorschlag: «Mir gond halt vum Kirchturm zum Hochgrot numm.»

Bei so viel Gegenwehr und überzeugenden Argumenten gibt sich Bürgermeister Johann Zeh schließlich geschlagen: «Ihr kriegt was ihr wollt, bloß seid mir doch bitte ganz schnell wieder hold. Hier habt ihr den Schlüssel zu treuen Händen - wir wollen den Streit beenden.»

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