Verhandlung
Zwei Angeklagte zu kurzen Freiheitsstrafen verurteilt

Sie hatten mit dem Geschädigten offenbar noch eine Rechnung offen: Als ein Kaufbeurer (20) und sein 21-jähriger Freund am Morgen des Muttertags durch die Stadt fuhren, sahen sie zufällig einen 46-jährigen Passanten, auf den der 20-Jährige nicht gut zu sprechen war. Laut Angaben des Fußgängers beleidigte und bedrohte ihn der junge Mann durch das geöffnete Autofenster massiv. Der andere Autoinsasse habe ihm den "Stinkefinger" gezeigt. Während der 21-Jährige jetzt als Angeklagter vor dem Jugendgericht die beleidigende Geste zugab, bestritt sein Freund die Vorwürfe. Nach der Beweisaufnahme war die Richterin aber auch von seiner Schuld überzeugt. Hintergrund des Vorfalls war ein Konflikt aus dem Sommer 2010.

Damals hatte der Geschädigte offenbar den Bruder des jüngeren Angeklagten bei einer Schlägerei erheblich verletzt. Der 20-Jährige wollte den Mann daraufhin zur Rede stellen und stieß schließlich Morddrohungen gegen ihn aus. Dafür musste er sich im Dezember 2010 vor dem Jugendschöffengericht verantworten und wurde zu einer Geldstrafe verurteilt.

Wie der 46-Jährige im jetzigen Verfahren erklärte, habe es seither noch weitere Vorfälle mit dem Angeklagten gegeben. Er habe die Sache aber jeweils auf sich beruhen lassen. Als es nun am Muttertag zur erneuten Konfrontation kam, habe es ihm 'gereicht'.

Der Zeuge äußerte vor Gericht deutliche Zweifel daran, ob künftig Ruhe einkehren wird: 'Er lernt ja nichts', meinte er. Wesentlich positiver sah er den Mitangeklagten: Dieser sei eigentlich 'ein netter junger Mann' und habe sich bei ihm für seine Entgleisung entschuldigt.

Obwohl dies nach Einschätzung der Richterin für den 21-Jährigen sprach, sah sie keine andere Möglichkeit als eine Verurteilung zu einer dreimonatigen Haftstrafe: Der Angeklagte ist mehrfach vorbestraft und stand bei der Tat unter offener Bewährung. Diese wurde wegen eines anderen Verfahrens widerrufen, in dem es um versuchte Strafvereitelung geht. Der Mitangeklagte hatte zwar ebenfalls Voreintragungen im Strafregister, war aber bislang noch nie zu einer Freiheitsstrafe verurteilt worden.

Er erhielt eine viermonatige Bewährungsstrafe und 1000 Euro Geldauflage.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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