Theater
Zweckverbandsvorsitzender Holzinger fordert höhere Zuschüsse für Landestheater Schwaben

'Wir wollen, dass sich da was ändert', hatte Zweckverbandsvorsitzender Ivo Holzinger angesichts des Defizits bei den Gastspieleinnahmen 2012 des Landestheaters Schwaben (LTS) verkündet. Der 64-Jährige möchte dies zum großen Thema der nächsten Sitzung der Struktur-Kommission im Herbst machen. Im Gespräch mit der Allgäuer Zeitung räumte er nun ein, dass – wie Intendant Walter Weyers unlängst betonte – das Gastspiel-Defizit (91 500 Euro) vor allem durch den Wegfall der finanziell sehr erfolgreichen Kluftinger-Adaption 'Rauhnacht' zustande gekommen sei.

Holzinger: 'Dennoch wollen wir noch mehr Gastspiele verkaufen.' Wie dies möglich sein könnte, darüber gelte es zu diskutieren.Die finanzielle Angespanntheit des LTS hat laut Holzinger vor allem zwei Ursachen.

Zum einen die aufgebrauchten Rücklagen, was von den Zweckverbandsmitglieder aber bewusst angestrebt worden sei. Zum anderen belasten steigende Sach-, Reise- und Personalkosten den LTS-Haushalt.

Holzinger fordert deshalb rund 200 000 Euro mehr Zuschüsse, die sich Zweckverband und Freistaat teilen sollten. Im Haushalt-Plan 2012 sind dementsprechend beide mit jeweils 1,14 Millionen Euro beteiligt. Holzinger hofft, dass der Freistaat mitzieht.

Das in Memmingen ansässige LTS gibt vor allem in den Häusern der Zweckverbandskommunen Gastspiele. Wie läuft es dort? Hier vier Beispiele.

Füssen Theaterfreunde haben es in der Lechstadt schwer, es gibt keinen adäquaten Theatersaal. 2005 wurde das desolate Kurhaus, in dem bis dahin Theatergastspiele stattfanden, geschlossen.

'Für die Renovierung waren keine Mittel da', erinnert sich Karina Hager, die seit über 20 Jahren im Kulturamt den Veranstaltungsbereich betreut.

Als Überbrückung diente das Soldatenheim. Dann kam 2010 das mit guter Technik und Infrastruktur ausgestattete, aber sehr große Festspielhaus (1400 Sitzplätze) ins Spiel. Seitdem fanden hier dreimal Theatertage mit dem LTS statt. 'Wir haben das LTS immer als unser Theater gesehen', sagt Hager.

Die beiden Schulaufführungen (Andorra, Jorinde und Joringel) im Frühjahr 2012 seien gut besucht gewesen (im Schnitt 600 Besucher); gähnende Leere herrschte dagegen bei der 'Cabaret'-Abendvorstellung mit rund 100 Besuchern.

Sehr gut sei die Zusammenarbeit mit den LTS-Theaterpädagogen, die mit den Schulen die Stücke vor- und nachbereiten, betont Hager. Zwei Schulvorstellungen mit dem LTS sind 2013 bereits geplant.

Marktoberdorf Ein bis zwei Gastspiele pro Spielzeit gibt das Landestheater im Modeon. 'Wir bevorzugen dabei klassische Stoffe, die auch für Schulen interessant sind', sagt Kulturamtsleiter Rupert Filser.

Zwischen 180 und 400 Besucher kommen zu den Theater-Vorstellungen im 830 Sitzplätze fassenden Modeon. Dabei würden die Gastspiele anderer Theater von den Besuchern 'etwas mehr nachgefragt' als die LTS-Vorstellungen, hat Filser beobachtet.

Lindenberg Zum zweiten Mal fanden heuer in der Westallgäuer Stadt Theatertage mit dem LTS-Ensemble statt. Die Idee dazu sei von den LTS-Verantwortlichen gekommen, nachdem die Jahre zuvor bei Einzelgastspielen sinkende Besucherzahlen beklagt wurden.

'Wir haben tendenziell jetzt mehr Besucher', sagt Kulturamtsleiterin Kathrin Felle. Zwei volle Schulvorstellungen gab es heuer; hinzu kamen im Löwensaal (350 Plätze) drei Theaterabende. 'Der Saal war in der Regel zu zwei Dritteln gefüllt', sagt Felle, die auch 2013 wieder Theatertage mit dem LTS anbietet.

Sonthofen Seit 2011 organisiert die Kulturgemeinschaft Oberallgäu im Haus Oberallgäu einen Theaterfrühling. Im ersten Jahr, 2010, gestaltete das kleine Festival (drei bis vier Aufführungen) das LTS alleine.

Seit 2011 wird aber auch ein Gastspiel einer Tourneebühne angeboten, erzählt Vorstandsmitglied W. Gunther le Maire. Gute Erfahrungen hat le Maire mit den LTS-Kinderstücken gemacht: 'Die waren immer in Ordnung.' Bei den LTS-Schauspielen beklagt er jedoch 'schwankende künstlerische Leistungen'.

'Wir trauen uns deshalb auch nicht, einen Theaterfrühling nur mit dem LTS zu machen.' Gerade die 'Rauhnacht'-Produktion habe viele Theatergänger 'sehr enttäuscht'. Le Maire: 'Ein pfundiges Thema, aber ein sehr schlechtes Stück.'

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