Hochwasserschutz
Zweckverband Hochwasserschutz Gennach-Hühnerbach investiert kräftig

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Der Zweckverband biegt mit seinen Projekten langsam auf die Zielgerade ein. Zum letzten Mal wird im kommenden Haushaltsjahr eine Investitionsumlage von den elf Mitgliedskommunen erhoben, spätestens im Jahr 2014 sollen alle Bauarbeiten an Dämmen, Gerinnen und Rückhaltebecken entlang von Gennach und Hühnerbach abgeschlossen sein.

"Wir haben insgesamt fast 20 Millionen Euro investiert, davon waren 15 Millionen Euro Fördermittel. Das ist genial", sagte Josef Schweinberger, Buchloes Bürgermeister und Vorsitzender des Zweckverbands, bei dessen jüngster Sitzung. Dies sei aber nur möglich gewesen, weil die verschiedenen Gemeinden im Verband zusammen angepackt haben.

Der Etat 2012 (siehe Infokasten) hat ein Gesamtvolumen von 6,23 Millionen Euro. Auf der einen Seite ist eine Darlehensaufnahme von etwa 2,26 Millionen Euro vorgesehen, andererseits rechnet man aber auch mit Zuwendungen von circa 3,5 Millionen Euro. Deren Auszahlung, so Kämmerer Dieter Streit, werde man entsprechend des jeweiligen Baufortschritts beantragen.

Biber könnte bremsen

Knapp 5,9 Millionen Euro investiert der Verband im kommenden Jahr in den Hochwasserschutz im mittleren und nördlichen Ostallgäu. Unter anderem in das Sickerbecken Weinhausen. Im Juli dieses Jahres wurde begonnen, noch im Dezember soll das Projekt abgeschlossen werden. Die technische Abnahme erfolgt allerdings erst im Frühjahr 2012. Derzeit lagert auf dem knapp 22000 Quadratmeter großen Areal noch Kies, der beim Bau des Beckens abgebaut wurde.

Weinhausen sei zwar trotzdem bereits sicher vor einem hundertjährigen Hochwasser (HQ100), der Stauraum könne aber noch nicht in vollem Maße genützt werden, so Planer Bertram Mooser.

Größere Probleme gibt es beim Bau eines Hochwasserrückhaltebeckens im Gennachhausener Moos bei Stöttwang. Auch dort sei die Schutzfunktion zwar bereits vorhanden, allerdings seien auch erhebliche Mehrkosten entstanden. Schuld, so Mooser, sei der Biber. Der Wasserstand habe sich unter anderem durch diverse Biberdämme inzwischen um 70 Zentimeter erhöht. 'Das Gebiet ist vollgesaugt wie ein Schwamm', meinte der Ingenieur. Auch der Anfahrtsweg zur Baustelle wurde in Mitleidenschaft gezogen. 'Wir müssen Geld investieren, um den Weg befahrbar zu halten. Sonst ist die Baustelle nicht mehr erreichbar', so Mooser.

Bis März 2012 habe man eine Erlaubnis, die Biberdämme beseitigen zu dürfen. Im Frühjahr droht dasselbe Problem von Neuem. 'Wir müssen überlegen, wie wir Natur- und Hochwasserschutz in Einklang bringen können. Es kann nicht sein, dass wir viel Geld investieren und ein Biber alle Funktionen außer Kraft setzt', erklärte Schweinberger. Er strebe Gespräche mit den Naturschutzbehörden und sogar dem zuständigen Ministerium an.

Mooser ging auf weitere Projekte ein. Etwa auf (in Klammern jeweils die Investitionen im Jahr 2012)

l das Hochwasserrückhaltebecken 'Indianer' in Ob bei Bidingen (2,04 Millionen Euro). Beim wichtigsten Bauwerk im Oberlauf des Hühnerbachs sei der Damm bereits zu einem Drittel aufgeschüttet. Geplantes Bauende ist Oktober 2012.

l das Rückhaltebecken 'Engelmairsee' (730 000 Euro), ebenfalls bei Bidingen. Dort werde man im Herbst 2012 mit dem Bau beginnen, abhängig von einer naturschutzfachlichen Umplanung.

l das Rückhaltebecken in Blonhofen (1,52 Millionen Euro). Der Zweckverband will Ende 2013 mit dem Bau fertig sein, das Wasserwirtschaftsamt versprach, den Zuwendungsbescheid quasi als Weihnachtsgeschenk zu verschicken.

l das Rückhaltebecken in Eurishofen (250 000 Euro). Derzeit laufen Gespräche mit Anliegern. Mit endgültigen Planungen werde man im Februar beginnen, Baubeginn ist im Frühjahr 2013 geplant.

l den Gerinneausbau in Westendorf (70 000 Euro): 2012 soll offiziell vermessen werden. Geplanter Baubeginn ist im Sommer 2013, die Fertigstellung ist für Herbst 2014 vorgesehen.

Läuft alles nach Plan, ist der Hochwasserschutz im Gennachhausener Moos noch vor Weihnachten funktionsfähig. Foto: Wild

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