Allgäu
Zustimmung der Stadt zu Umgehungsplänen offen

Marktoberdorf/Biessenhofen Ungewöhnlich viel Publikumsverkehr verzeichnet derzeit das Bauamt der Stadt Marktoberdorf. Der Grund: Noch bis 5. März können interessierte Bürger dort die Pläne für eine Umgehung Marktoberdorfs einsehen. Im Zuge des Planfeststellungsverfahrens haben sie bis 19. März Zeit, Widersprüche und Wünsche einzubringen. Das gilt auch für die Stadt Marktoberdorf. Und von dieser Seite, so Stadtbaumeister Peter Münsch, sei die Zustimmung inzwischen nicht mehr sicher. Denn nach den Prognosen des Staatlichen Bauamtes bringt die Umgehung für Bertoldshofen (6800 Pkw pro Tag auf der B472) eine sehr deutliche Entlastung. Durch die Stadt (12900 Pkw) fließt der B16-Verkehr aber fast unvermindert.

Wie berichtet hat die Regier ung von Schwaben vor kurzem das Planfeststellungsverfahren für das Großprojekt eingeleitet. Bis zu zehn Bürger pro Tag, so Stadtbaumeister Münsch, kommen daher ins Bauamt, um sich durch die drei Ordner mit Plänen und Gutachten zu arbeiten. Die Unterlagen enthalten genaue Angaben zum Verlauf der favorisierten Amtstrasse. Beschrieben wird auch, warum Alternativrouten beispielsweise über den Korbsee für das Straßenbauamt weniger in Betracht kommen. In den Unterlagen finden sich aber auch Prognosen zur Verlagerung der Verkehrsströme.

Null Entlastung im Zentrum

An diesem Punkt setzt die Kritik von Stadtbaumeister Münsch an: Dass der Tunnel östlich von Bertoldshofen und die neue B12-Auffahrt im Geltnachtal für diesen Stadtteil bringt, sei gut nachvollziehbar. Doch der Verkehr zwischen Füssen und B12 verringere sich im Zentrum nur unmerklich. Die Auswirkungen der Umgehung für die Kernstadt umschreibt Münsch kurz und bündig: «Kaufbeurener Straße, Null Entlastung - Füssener Straße, Null Entlastung - Brückenstraße, sehr geringe Entlastung.» Wie die Stadt dies bewertet und welche Position man daher zur Umgehung einnimmt, darüber entscheidet der Stadtrat am 9. März.

Mehr Aufschluss erhofft sich Münsch zudem von einem Verkehrsgutachten, das die Stadt erstellen lässt. Dafür werden Ende März an allen Einfallstraßen sowie an 20 Knotenpunkten Verkehrszählungen und Befragungen vorgenommen. Daraus errechne man eine eigene Prognose bis 2025, die Münsch mit den Vorhersagen des Straßenbauamts vergleichen will. Aus Sicht von Münsch ist es denkbar, im Planfeststellungsverfahren die beiden Bundesstraßen separat zu behandelt und die geplante Trasse nur als Lösung für die B472 zu sehen.

In Biessenhofen und Bidingen

Wie in Marktoberdorf, so liegen die Pläne auch in den Rathäusern von Biessenhofen und Bidingen aus. In Biessenhofen, so der Leiter der Verwaltungsgemeinschaft Klaus-Jürgen Leis, kommen vereinzelt Bürger aus allen Ortsteilen, besonders aus Kreen, um sich über den Verlauf und die Auswirkungen der Trasse zu informieren. Bidingen sei hingegen lediglich durch die Alternativtrasse am Korbsee betroffen.

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