Lindenberg
Zusätzliche Fachkraft für Kinderhort

Der Kinderhort der Arbeiterwohlfahrt kann im Hortjahr 2009/10 eine zusätzliche pädagogische Fachkraft mit 25 Wochenstunden beschäftigen. Das hat der Stadtrat mehrheitlich beschlossen. Grund ist die steigende Zahl an Buben und Mädchen mit «psychischer Behinderung».

61 Buben und Mädchen besuchen derzeit nach Angaben der Stadtverwaltung den Hort. Fünf Buben und Mädchen, die für den Herbst angemeldet sind, hat das Jugendamt per Bescheid als «psychisch behindert» anerkannt. Dahinter verbergen sich erhebliche Defizite im Verhalten. Für 15 weitere Kinder, die nicht als behindert anerkannt sind, übernimmt das Jugendamt bereits zusätzliche Personalkosten.

Nach dem Willen des Gesetzgebers in Bayern soll die Integration von Kindern mit Behinderung besonders gefördert werden. Deshalb stehen «integrativen» Kindergärten und Horten mehr Personal zu als anderen. Als solche gelten Einrichtungen, mit mindestens drei behinderten Kindern.

Das Thema war wegen der anstehenden Sommerpause kurzfristig auf die Tagesordnung genommen worden. Deshalb hatte es keine Vorberatung in den Fraktionen gegeben. Über die grundsätzliche Einstufung als integrative Einrichtung musste der Stadtrat zwar beschließen, eine Wahl hatte er dabei freilich angesichts der gesetzlichen Vorgaben keine. Spielraum hatte das Gremium nur bei der Zahl der zusätzlichen Stunden, die er dem Hort zubilligt. 20 Wochenstunden hatte die Verwaltung vorgeschlagen. Von den damit verbundenen Kosten (rund 21000 Euro) hätte die Stadt 8400 Euro berappen müssen. «Wir sollten es damit versuchen», so Bürgermeister Johann Zeh. Ein höherer Bedarf könne dann jährlich festgelegt werden.

Hort ein «Standortvorteil»

Eine große Mehrheit folgte dagegen einem Antrag von Helmut Böller. Er hatte für die SPD-Fraktion 25 Wochenstunden vorgeschlagen. Das kostet die Stadt knapp 11000 Euro, also 2500 Euro mehr als der Vorschlag der Verwaltung. «Die Einrichtung soll unsere volle Unterstützung haben», sagte Böller. Sie sei ein echter Standortvorteil für Lindenberg. Ähnlich sahen es die Fachleute, die der Stadtrat in diesem Bereich in seinen Reihen hat. «Die Kinder benötigen erheblich mehr Zuwendung. Das erfordert Personal», so Josef Boch, Rektor des Förderzentrums Antonio-Huber-Schule. «Die behinderten Kinder haben einen weiten Weg vor sich», ergänzte Jutta Frach, von Beruf Erzieherin.

Sorgen bereitet dem Stadtrat ohnehin weniger das Geld, als die gesellschaftliche Entwicklung, die sich hinter den Zahlen verbirgt. «Erschreckend» befand Stefan Bihler. Keiner wollte da widersprechen.

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