Oberallgäu
Zurzeit am liebsten im frischen Lagerkeller

3Bilder

Es ist heiß im Oberallgäu - die Luft flimmert und die Kleidung klebt am Körper. Viele Berufstätige schwitzen an ihren Schreibtischen. Mit Spitzentemperaturen von über 35 Grad soll heute sogar der heißeste Tag des Jahres sein. Da gäbe es schönere Alternativen als zu arbeiten - doch es findet sich auch der Eine oder Andere, der gerade jetzt im Sommer gerne an seinen Arbeitsplatz geht. Oberallgäuer erzählen von ihren «kühlen Berufen.»

Max Waltner hat bei seiner Arbeit in den Sonthofer «Allgäuland Käsereien» einen klaren Lieblingsplatz: Den Käsekeller. Dort werden bei ungefähr zehn Grad die Käselaibe bis zu einem halben Jahr gelagert und gepflegt. Rund dreimal pro Woche wird der Käse mit einer speziellen Kultur behandelt. Das «Käseschmieren» ist zwar keine abwechslungsreiche Arbeit, aber da Maschinen beim Umgang mit den bis zu 20 Kilogramm schweren Laiben helfen, geht es leicht von der Hand. Der Molkereitechniker kennt bei seiner Arbeit Temperatur-Extreme. Bei der Produktion kann es schon mal mehr als 30 Grad haben, da ist der Käsekeller für ihn «definitiv der angenehmste Platz im Sommer.»

Jede Stunde frisches Eis

Auch Lesek Traskalik schätzt gerade im Sommer seinen Arbeitsplatz. Wenn bei Sonnenschein und tropischen Temperaturen jeder ins Freibad will, geht er in die Eishalle. Der Eismeister dreht im Oberstdorfer Eissportzentrum mit der Eismaschine seine Runden und sorgt dafür, dass für die Athleten auch außerhalb der Saison optimale Trainingsbedingungen herrschen. Jede Stunde wird das Eis frisch gemacht. Eine Arbeit, die für Traskalik im Winter sehr hart, im Sommer dafür erfrischend sein kann: «Gerade wenn ich die Spätschicht habe und erst gegen elf Uhr abends nach Hause komme, kann ich der Hitze gut entfliehen.»

Mit Eis hantiert auch Debbie Pertl vor allem im Sommer gerne. Als Feinkostabteilungsleiterin im C&C-Markt in Sonthofen ist sie auch für den auf Eis gelagerten Fisch zuständig. Bei sommerlichen Temperaturen ist es für sie «eine Erlösung, in den Kühlraum zu kommen und bei zwei Grad Fische für den Verkauf vorzubereiten.» Erkältungsgefahr bei diesen niedrigen Temperaturen herrsche für sie kaum, sagt sie: «Einzige Nebenwirkung ist hier eine rote Nase.»

Maria Schmid kann an ihrem Arbeitsplatz nicht nur der großen Hitze, sondern auch Hektik und Lärm entgehen. Sie pflegt als Mesnerin die Fischinger Pfarrkirche Sankt Verena. Wegen der Goldverzierungen und Kunstgegenstände herrscht dort konstante Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Wenn sie durch die Türen der Sakristei geht, dann betritt sie eine andere Welt. «Da kann man sogar beim Arbeiten abschalten und die Frische genießen.»

Liebster Arbeitsplatz für Markus Klier vom Ettensberger «Klier Bräu» ist im Sommer ganz klar der Lagerkeller. Hier wird das Bier «gespundet», also die Kohlensäure vermischt sich mit dem Bier. «Wenn man beim Brauen im Sudhaus schon mal 40 Grad ertragen muss und es draußen auch so heiß ist, dann gehe ich gerne hier her und kontrolliere das Bier,» sagt er. Und nach getaner Arbeit wirkt ein «Feierabend-Bier» natürlich auch bei sommerlichen Temperaturen wunderbar erfrischend.

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen