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Zum Krieg gegen Gaddafi sind die Meinungen geteilt

Gegen einen Einsatz der Bundeswehr in Libyen sprechen sich Kemptener Politiker aus. Geteilter Meinung sind dagegen die Befragten in der Kemptener Innenstadt. Auch Manfred Burkart, Vorsitzender der Kemptener Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik, ist mit dem Verhalten der Bundesregierung nicht zufrieden.

Deutschland hatte sich bei der UN-Abstimmung über ein Eingreifen in Libyen enthalten und beteiligt sich nicht an Luftangriffen gegen die Truppen von Muammar Gaddafi. Wie sehen das Bürger und Politiker?

<< Die Deutsche Haltung ist okay >>, sagt Gerhard Höfler (51) in der Kemptener Innenstadt dazu. Er ist grundsätzlich gegen den Militäreinsatz. Schließlich kämen dabei auch Zivilisten ums Leben, was die antiwestliche Stimmung in der arabischen Welt noch verstärke. Das sieht auch Rolando Vazquez so. Er vermutet, dass andere Interessen hinter dem Eingreifen des Westens stecken. << Die Libyer müssen selber eine Lösung finden >>, sagt er.

<< Wahnsinn, was dort passiert >>

<< Die Franzosen sind mit zu viel, wir mit zu wenig Eifer dabei >>, sagt Helmut Reder aus Kempten. Man müsse in Libyen eingreifen: << Es ist Wahnsinn, was dort passiert und man kann noch viel verhindern. >> Militärschläge müssten aber mit der Nato und unbedingt mit den arabischen Staaten abgesprochen sein. << Deutschland sollte schon mitmachen >>, lautet die Meinung von Elisabeth Keck. Schließlich seien alle Verbündeten beteiligt. Die 50-jährige Kemptenerin hofft, dass die Libyer Gaddafi absetzen, wenn sie Hilfe aus der Luft bekommen.

<< Völkerrecht mit Füßen getreten >>

<< Ich halte ein Eingreifen für geboten, wenn das Völkerrecht dermaßen mit Füßen getreten wird >>, sagt Ex-Offziier Manfred Burkart. In seinen Augen wäre es klüger gewesen, wenn die Kanzlerin dem Einsatz zugestimmt, Deutschland sich militärisch aber zurückgehalten hätte. Denn: << Nicht alle, die zugestimmt haben, schicken auch Truppen. >> Verweigern dürfe Deutschland sich aber nicht, wenn die Bundeswehr gebraucht würde. Aus Burkarts Sicht wäre die Armee problemlos in der Lage, sich an einem solchen Einsatz zu beteiligen.

Rüdiger Dittmann von den Grünen bezweifelt, dass es der richtige Weg ist, von außen militärisch in die Angelegenheiten fremder Staaten einzugreifen. Der Sprecher des Kemptener Kreisverbands macht darauf aufmerksam, dass Gaddafi auch noch einen gewissen Rückhalt im Volk hat.

<< Bei einer gespaltenen Bevölkerung zugunsten einer Seite einzugreifen ist schwierig >>, sagt er.

Auch Katharina Schrader, die neue Kreisvorsitzende der SPD, sieht den Militäreinsatz in Libyen kritisch. In einem Land, das kurz vor einem Bürgerkrieg stehe, führe ein solcher Einsatz wohl eher zu einer weiteren Eskalation. Schrader spricht sich dafür aus, nun ein striktes Wirtschaftsembargo gegen das Gaddafi-Regime umzusetzen - sowie zeitgleich humanitäres Hilfsprogramm.

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