Oberallgäu / Kempten
Zum Erntedank Käse-Happen für 500 Gäste

Prodekan Roland Buchenberg aus Waltenhofen hat sich wie viele andere auch in die Schlange stellen müssen, um ins Kornhaus zu kommen. Der Andrang zum Erntedankfest, organisiert vom Bayerischen Bauernverband (BBV), Kreisverband Oberallgäu, ist riesig. Zwei der Hauptverantwortlichen, Friederike Rietzler und Monika Mayer, atmen tief durch. Schließlich haben sie mit Hilfe von 20 Frauen den ganzen Nachmittag am Spitalhof ein ansehnliches Käsebuffet für 500 Gäste vorbereitet.

Mit «frechen Früchtchen»

Pfarrer Buchenberg hat sich über die Einladung gefreut. «Da stand drauf, Erntedank ist ein Grund, ein Vergelts Gott zu sagen». Einfach nur interessiert am Abend «und was da wohl geboten ist», zeigt sich Marc Tschaffon (Immenstadt). Von Milchkönigin Beate Deisendorfer lässt er sich am Eingang gerne ein «Freches Früchtchen», einen roten Joghurtdrink, reichen.

Johann Rehle, ehemaliger Lehrer der Molkereischule Wangen, ist gleich ganz Ohr: Ihn interessieren vor allem die musikalischen Hauptdarsteller des Abends: die Milchmösel Blosn.

Die Kapelle spielt stimmungsvoll auf, bevor der Sturm aufs Buffet losgeht, die Crazy Turnados aus Wiggensbach eine eindrucksvolle Kostprobe ihres akrobatischen Könnens abliefern und die vielen Gäste ins Plaudern geraten Aber halt, zum Erntedankfest gehört auch Tiefgreifendes, Besinnliches. Moderator Gerhard Gehring (Unterjoch) erläutert, dass in allen Kulturen der Dank für die gute Ernte eine Rolle spielt. «Wer Danke sagt, macht deutlich, dass nichts im Leben selbstverständlich ist,» erläutert Dekan Toni Zech. «Gottes Schöpfung ist geliehen, wir sollten an kommende Generationen denken,» kritisiert der Gottesmann einen weltweit teils rücksichtslosen Umgang mit der Natur.

Moderator Gehring befragt Ehrengäste zu bestimmten Themen. Kemptens OB Dr. Ulrich Netzer hebt dabei hervor, dass die Landwirtschaft die Basis für die Entwicklung unserer Region geschaffen habe. Bäuerin und Unternehmerin Gertrud Knoll betont, dass es manchmal wichtig sei «Prioritäten zu setzen und Arbeiten zu delegieren». Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels stünden die Dörfer vor großen Herausforderungen, zeigt sich Kreisbäuerin und Landtagsabgeordnete Ulrike Müller besorgt. Molkereien müssten verlässliche Partner der Landwirtschaft sein, so Edelweiß-Geschäftsführer Ulrich Kraut. Gerhard Hock macht auf die Christbaumsammelaktion des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten aufmerksam, die bald zum 20. Mal stattfindet und bislang 119000 Euro für karitative Organisationen einbrachte.

Auch der Erlös des Erntedankfestes ist für den guten Zweck, geht an den Bunten Kreis und an die Dorf- und Betriebshelferstation Oberallgäu.

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