Zuhause in Stötten und in Kenia

Von Rosemarie Klimm | Stötten/Kenia Mit großem Vergnügen macht Pater Reinhard Bottner alle sieben Jahre Urlaub in seinem Heimatort Stötten. Er freut sich, Verwandte, Bekannte und einstige Schulkameraden zu treffen und all jenen danken zu können, die seine Arbeit in der Mission in Afrika mit Spenden unterstützen. Doch ganz zurückkommen nach Deutschland wird er wohl kaum mehr. Zu nahe stehen ihm inzwischen die Menschen des von ihm betreuten, südlichen Keriotals in Kenia.

Im Wohnzimmer seines Bruders Josef sitzt er bei unserem Gespräch am Tisch. Umringt von Fotos der inzwischen 84 von ihm erbauten Gebäude in allen Baustadien erzählt er mit strahlenden Augen von seiner Arbeit und den Menschen dort, die er so lieb gewonnen hat: Nachdem Pater Reinhard vor 40 Jahren zum Priester geweiht worden war, arbeitete er erst etliche Jahre im österreichischen Fiecht als Präfekt und Religionslehrer, kam dann nach Ettal. 1972 folgte er dann dem Ruf nach Kenia, nachdem er zuvor zweieinhalb Jahre in Südafrika tätig war.

Als dort sein Visum nicht mehr verlängert wurde, wurde er gebeten, nach Kenia zu kommen. Denn von dort war um die Entsendung einiger Benediktiner-Patres gebeten worden, die in Tansania und Südafrika so viel geleistet hatten. Gemeinsam mit zwei Benediktiner-Brüdern aus Tansania kam er in die Diözese Eldoret im Keriotal. Von der Pfarrei Chesoi aus begann er in Embobut auf etwa 2600 Metern Höhe erst einen Außenposten und dann eine neue Pfarrei aufzubauen.

Um Embobut überhaupt mit einem Fahrzeug erreichen zu können, begann er gemeinsam mit Einheimischen eine Straße zu bauen, die sogenannte Kleiderstraße. Denn die Arbeiter bezahlte er mit aus der Heimat gespendeten Kleidungsstücken. Diese Art der Bezahlung wurde jedoch von der Regierung schnell unterbunden. Doch die Straße war fertig, so dass er nun Baumaterial erst für die Kirche mit Nebengebäuden, dann für Kindergarten, Grund- und weiterführende Schulen, Krankenstation, Nähstube, Mühle und vieles mehr heranschaffen konnte.

Von Embobut aus erbaute er weitere Außenstellen in der Umgebung. Kurz bevor er 1997 diese Pfarrei an einen einheimischen Pfarrer übergab, wurde die Station jedoch von einem benachbarten, kriegerischen Stamm überfallen. Pater Reinhard kam zwar mit dem Leben davon, doch das Geld für die Auszahlung der Arbeitslöhne am nächsten Tag war weg. Trotz dieser Erfahrung begann der Pater kurze Zeit später noch einmal komplett neu ganz im Süden des Keriotals.

18 Außenposten geschaffen

Wieder startete er mit dem Straßenbau, baute Kirche, Nebengebäude, Schulen, Krankenstation, Brunnen usw. Dann drang er von dort auch wieder noch weiter ins Landesinnere, vom Tal aus bis zur Hochebene. Inzwischen hat er dort unten zwei Hauptstützpunkte (Hauptkirchen) aufgebaut; einmal im Tal und eine weitere wieder in etwa 2600 Metern Höhe in Kamwosor, wo er sich auch am meisten aufhält. Von dort aus hat er seit 2002 insgesamt 18 ausgebaute Außenposten geschaffen mit jeweils einer 10 mal 20 Meter großen Mehrzweckhalle und Katechistenhaus. Die jeweilige Halle kann unterteilt als Kirche, Versammlungshaus und Kindergarten genutzt werden.

Dies alles hätte er ohne die stetig fließende Unterstützung aus der Heimat nicht bewältigen können, betont Pater Reinhard im Gespräch. Er dankt allen Spendern, die ihn all dieser Jahre unterstützen und unterstützt haben. Er wird noch bis Ende Oktober in Deutschland bleiben.

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