Allgäu
Zugpendler müssen mit längeren Fahrzeiten rechnen

Buchloe/Kaufbeuren Die Züge rollen zwar auch im kommenden halben Jahr zwischen Kaufbeuren und Buchloe. Doch die Fahrgäste müssen sich auf längere Fahrzeiten einstellen. Nach den Pfingstferien beginnt das bislang größte Schienensanierungsprojekt im Allgäu. Bis Mitte Dezember werden in beiden Richtungen 40 Kilometer Gleise saniert. Die Deutsche Bahn investiert 44 Millionen Euro.

Neuer Fahrplan tritt in Kraft

Für die gesamte Bauzeit musste die Bahn einen neuen Fahrplan austüfteln. «Wir bauen unter dem rollenden Zug», sagte Bärbel Fuchs, kaufmännische Leiterin der DB Regio Allgäu, gestern bei der Vorstellung der Pläne im Kaufbeurer Bahnhof. Denn die zweigleisige Strecke ermöglicht es, den Zugverkehr aufrecht zu erhalten. «Die Reisenden müssen nicht auf Busse umsteigen», so Fuchs. Fahrzeitverlängerungen zwischen 20 und 40 Minuten seien allerdings nicht zu vermeiden. Der Grund: Die Strecke ist in der Bauzeit nur eingleisig befahrbar. Während auf dem einen Schienenstrang gearbeitet wird, müssen die Züge auf dem anderen aus Sicherheitsgründen langsamer fahren. Zwei Züge täglich in beide Richtungen zwischen München/Augsburg und Kempten werden ganz gestrichen.

Das Mammutprojekt war notwendig geworden, weil das Schienennetz im nördlichen Ostallgäu nicht mehr taufrisch ist und immer reparaturanfälliger wurde. Künftig sollen Züge dort mit maximal 160 Stundenkilometern statt wie bisher mit Tempo 140 fahren dürfen. Mehr Fahrkomfort und einen «stabileren Fahrplan» verspricht die Bahn ebenfalls. Die Sanierung sei auch Grundlage künftiger Arbeiten, die für die geplante Einführung der Neigetechnik notwendig sind, so Bärbel Fuchs. Zudem werden nicht mehr gebrauchte Schienen und Weichen an den ehemaligen Bahnhöfen Beckstetten, Rieden/Zellerberg und Pforzen abgebaut.

Bereits jetzt wird entlang der Strecke gerodet, Bäume werden gesichert, Lagerplätze für Maschinen und Material geschaffen. Die Lagerplätze würden nach Ende der Bauarbeiten wieder in den ursprünglichen Zustand versetzt, versichert Peter Scheidt, Projektleiter der DB Projektbau. Die Gleisarbeiten selbst erledigen Schienenbaufahrzeuge vom Gleis aus.

Der Bautrupp beginnt am 14. Juni am Kaufbeurer Bahnhof und arbeitet sich Richtung Buchloe vor. Nach drei Monaten ist die entgegengesetzte Strecke an der Reihe. Das Ende der Bautätigkeit ist voraussichtlich der 13. Dezember.

«Die Großbaustelle ist Teil unseres Bahnprojekts Allgäu», erklärte Scheidt. «Bisher haben wir mit rund 100 Millionen Euro zahlreiche Streckenabschnitte saniert und viele Kilometer Gleise erneuert.» Neben 76 Kilometer Schienen werden zwischen Buchloe und Kaufbeuren 63000 Schwellen ausgewechselt und 71000 Tonnen Schotter neu aufgeschüttet.

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