Zugverkehr
Zugpendler kritisieren Platzmangel im Berufsverkehr vom Allgäu nach München

Viele Berufspendler aus der Region sind sauer auf den Allgäu-Express Alex. Demnach haben manche Züge morgens nach München zu wenig Waggons. Es gebe dadurch viel zu wenig Sitzplätze, die Verhältnisse seien teils 'chaotisch'. Ein Pendler aus Kaufbeuren vermutet, dass das Transportunternehmen sich nicht mehr so recht im Allgäu engagiere. Der Grund: Der Alex verliert ab 2017 die von der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) vergebene Konzession, gemeinsam mit der Deutschen Bahn (DB Regio) die Allgäuer Strecken bedienen zu dürfen.

Die DB Regio hat den Zuschlag erhalten, von 2017 bis 2029 die Verbindungen allein zu versorgen. Mangelndes Engagement weist die in Regensburg sitzende Länderbahn, die den Alex betreibt, zurück. Zwar stimme es, dass zur Zeit nur bis zu sechs Waggons in Richtung München fahren. Sonst waren es acht gewesen. Das habe aber nur technische Gründe. "Bisher war es immer so, dass die beiden Züge des Alex, die von Oberstdorf und Lindau kommen, in Immenstadt zusammengekoppelt werden", sagt der Kaufbeurer Pendler.

Dann standen auf der weiteren Strecke bis München acht Waggons zur Verfügung. "Da war auch schon jeder Sitzplatz besetzt - aber es ging." Nun habe er öfters erlebt, dass nur fünf Waggons unterwegs sind. "Wenn man Pech hat, steht man die ganze Zeit nur noch", sagt der Mann.

Zur Zeit seien meist sechs Waggons angehängt - was auch zuwenig ist. Das sorge bei allen Berufspendlern für erheblichen Unmut. "Man trifft ja immer die gleichen Menschen auf der Strecke. Die sagen alle dasselbe." Abends, auf dem Rückweg, biete sich immer wieder eine ähnliche Situation. Vielfach werde vermutet, dass beim Alex die Luft heraus sei, weil das Unternehmen die Ausschreibung verloren habe. Und zudem laufe der Länderbahn im Allgäu das Personal davon, weil es keine Zukunft mehr sähe. "Wir Pendler zahlen viel Geld für unsere Fahrkarten. Soll dieser schlechte Service bis 2017 so weitergehen?"

Das verneint Christine Hecht, Sprecherin der Länderbahn. Der Grund für die Einschränkungen sei technischer Natur. "Wir haben immer noch witterungsbedingte Schäden an den Alex-Loks, die zu einigen Ausfällen führen", sagt die Sprecherin auf Anfrage unserer Zeitung.

Deshalb sei auf der Strecke zwischen Immenstadt und Oberstdorf momentan ein Triebwagen unterwegs. Und da in Lindau ein bestimmtes Gleis gesperrt ist, werden zwischen Lindau und München maximal sechs Waggons angehängt. "Sobald das Gleis 6 in Lindau wieder verfügbar ist, können wir auch weitere Wagen für die Pendlerzüge nach München anhängen. Wir entschuldigen uns bei unseren Fahrgästen für die Unannehmlichkeiten", sagt Hecht.

Zwar stimme es, dass momentan Personal zur Deutschen Bahn wechselt. Aber die Länderbahn bilde derzeit extra Fachkräfte aus, um diese Lücke zu schließen. Und ein eingeschränktes Engagement könne sich der Alex nicht leisten, denn sonst falle Umsatz weg: "Wir bekommen von unserem Aufgabenträger ja nur Geld für Leistungen, die wir erbringen", erläutert Christine Hecht.

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