Sulzberg
Züchterisch gesehen ein gutes Jahr

Auf ein Jahr mit zwei Seiten blickte Obmann Norbert Meggle bei der Jahresversammlung der Bezirkszuchtgenossenschaft Oberallgäu-Nord in Sulzberg: einerseits dramatischer Milchpreisverfall, andererseits eine Steigerung der Jahresdurchschnitts-Milchleistung in den Herden.

«Das letzte Jahr ist für uns nicht so positiv gelaufen, das muss jetzt nicht nochmal aufgewärmt werden,» begründete Meggle anfangs seinen Verzicht auf einen Rückblick. Mit «nicht so positiv verlaufen» meinte er den dramatischen Milchpreisverfall, der für viele Allgäuer Milchbauern unmittelbar existenzbedrohend ist, er meinte damit auch den zweiten Milchstreik, der viel Unfrieden in den Dörfern geschaffen hat und er meinte auch den Verfall der Preise auf den Zuchtviehmärkten und die Uneinigkeit unter den Bauern über die richtige Strategie zur Verbesserung der Milchpreismisere.

Aus züchterischer Sicht ist das Jahr 2008/09 freilich so schlecht nicht gelaufen - im Gegenteil: Die Mitgliedsbetriebe der Bezirkszuchtgenossenschaft Oberallgäu-Nord -731 Betriebe mit 24026 Kühen - konnten die Milchleistung ihrer Braunvieh-Herden im Schnitt um 336 kg Milch auf eine durchschnittliche Jahresleistung von 7090 kg Milch steigern. Neben der hohen Milchleistung hat das Braunvieh aber noch mehr Vorzüge zu bieten: Keine andere Rinderrasse zur Milcherzeugung ist so langlebig. Wenn eine Kuh länger lebt und damit auch länger und mehr Milch gibt, schlägt das wirtschaftlich positiv zu Buche. Genauso wie der dritte große Pluspunkt der Rasse: ein im Vergleich unschlagbar hoher Eiweißgehalt in der Milch.

Damit bleibt auch mehr im Geldbeutel des Bauern hängen, denn die Milch wird nicht nur nach dem abgelieferten Gewicht, sondern auch nach der Menge der Inhaltsstoffe wie Eiweiß oder Fett bezahlt. «Das Futter und das Management haben im letzten Jahr offensichtlich gepasst», kommentierte der Zuchtleiter der Allgäuer Herdebuchgesellschaft Stefan Rist die «enorme Aufwärtsentwicklung» des letzten Jahres. Denn das Braunvieh bringt von seinen genetischen Anlagen her ein hohes Leistungspotenzial mit sich, das aber nur dann voll ausgeschöpft werden kann, wenn der Bauer sein Handwerk versteht und seine Kühe optimal hält und füttert.

Zur Zuchtvieh- und Nutzkälbervermarktung wusste Rist indes nicht ganz so Positives zu berichten. Aufgrund der schlechten Milchpreise und der allgemein ungünstigen Wirtschaftslage litt auch die Vermarktung: Schmerzliche Preisrückgänge prägten die Zuchtviehauktionen.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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