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Zu wenig Wickeltische

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Eltern kennen die Situation: Sie sind mit ihren Sprösslingen beim Einkaufen, erledigen Besorgungen und das Kind muss dringend auf die Toilette. Doch wenn man im betreffenden Geschäft nichts kaufen möchte, wird der Gang aufs stille Örtchen - und sei er noch so dringend - verwehrt. In Kempten haben das City-Management, der Aktionskreis familienfreundliches Kempten und die Hochschule nun ein gemeinsames Projekt initiiert: «Familienfreundliche Innenstadt Kempten» (wir berichteten). Dabei sollen die Serviceleistungen von Geschäften aufgelistet werden. Die AZ befragte Familien in der Innenstadt, was sie von dem Projekt halten und erkundigte sich, welche Erfahrungen sie in puncto Familienfreundlichkeit vor Ort gesammelt haben.

«Bisher haben wir in Kempten eher wenige Geschäfte gefunden, die sich speziell auf Familien eingestellt haben», meint Ralf Dinkel. Der 40-jährige Familienvater aus Heiligkreuz findet die Idee des Projekts lobenswert, denn gerade Familien seien wichtige Faktoren für den Einzelhandel. Seine Frau Petra würde es freuen, wenn mehr Möglichkeiten für die Kleinkindbetreuung bestünden. «Oftmals ist es extrem stressig, wenn man mit dem Kind auf dem Arm den Einkauf erledigt», meint die zweifache Mutter. Die Einzelhändler könnten sich laut Ralf Dinkel in Sachen Familienfreundlichkeit an den großen Möbelhäusern orientieren.

Die Familie Splistisser/Kucka aus München empfindet den Einkauf in Kemptens Innenstadt als «sehr angenehm». «Als unsere Kinder vorhin im Geschäft dringend auf die Toilette mussten, war das überhaupt kein Problem», meint Dirk Splistisser, der in Kemptens Läden auch viele Spieleecken entdeckt hat. «Aber man weiß eben nie, in welchen Geschäften Familien gewisse Serviceleistungen in Anspruch nehmen können», sagt Sabine Kucka. Was die Mobilität - gerade mit Kinderwagen - anbelange, seien die Geschäfte überwiegend vorbildlich ausgestattet.

Auch das Ehepaar Nicolosi sieht das aktuelle Projekt als Zukunftsmodell. «Es muss für Familien erkennbar sein, welche Serviceleistungen angeboten werden», meint Sandra Nicolosi. Gerade Wickelmöglichkeiten würden ihr noch fehlen. Ihr Mann Claudio, gebürtiger Italiener, fügt hinzu, dass hierzulande im Vergleich zu italienischen Geschäften noch großer Nachholbedarf bestehe.

«In Italien sind die Kinder König», sagt Claudio Nicolosi. Das Projekt sei genau der richtige Schritt, Familien den Einkauf zu erleichtern.

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