Kaufbeuren/Ostallgäu
Zu viel Schnee, zu wenig Salz

2Bilder

Mit jeder Schneeflocke werden die Sorgen von Georgio Buchs größer. Und das nicht etwa, weil der Kaufbeurer Bauhofleiter seinen Leuten nicht vertraut. Die Rückkehr des Winters lässt die Salzvorräte im Lager zusehens dahinschmelzen. «Wir sind momentan ganz schön angespannt», sagt er. Lang dürfe es nicht mehr so weiterschneien wie gestern - dem bislang schneereichsten Tag in diesem Winter. Mehr als 40 Zentimeter Neuschnee sind bis zum Abend an manchen Stellen gefallen.

Großeinsatz für Winterdienst

Es ist gerade erst zwei Uhr, als für Buchs und viele seiner Kollegen die Nacht endet. Schneefall bedeutet: Alle Mitarbeiter raus, Schnee räumen, Salz streuen, oft bis an die Belastungsgrenze. «Wir sind heute alle auf der Flucht», sagt Buchs, und in der Tat verliert auf dem Betriebsgelände keiner Zeit. Neun Großfahrzeuge sind an einem Tag wie diesem im Einsatz - und dazu alle 71 Mitarbeiter des Bauhofs. Da hat das Elend mit dem Salz gerade noch gefehlt. «Unser Lieferant sagt: Kein Salz mehr für Kommunen», berichtet der Bauhofchef. Er wartet immer noch auf die Bestellung von Montag vergangener Woche, bisher vergeblich. Immer, wenn der Schnee allzu heftig niedergeht, wiederholt sich das Problem. Schon im Rekordwinter 2005/06 wäre das Salz in Kaufbeuren fast ausgegangen.

Seinem Kollegen Werner Weigl von Kreisbauhof in Westendorf geht es nicht besser. «Die Bestellungen kommen nur tröpfchenweise rein», sagt er. Das wiegt umso schwerer, als an so einem Großkampftag rund 40 Tonnen Salz verbraucht werden. Schon jetzt werde gespart - der Umwelt wegen, noch mehr aber wegen der knappen Reserven.

Die Menschen in Kaufbeuren und dem Ostallgäu merken von solchen Problemen freilich herzlich wenig. Der Winterdienst ist allerorten im Einsatz, die Straßen befahrbar - wenn auch meist nur mit größter Vorsicht. Ab vier Uhr morgens verzeichnet die Polizeiinspektion in der Stadt mehrere Unfälle - vor allem Auffahrunfälle auf schneeglatter Fahrbahn, die jedoch nur mit Blechschäden enden, danach wird es jedoch ruhig. Einen quer gestellten Lastwagen meldet die Polizei am Nachmittag zwischen Baisweil und Großried.

Der Fahrer ist mit dem Sattelzug in eine Schneeverwehung geraten. Ein Landwirt mit seinem Traktor und der Winterdienst helfen ihm aus der Patsche.

Glück im Unglück hat der Fahrer eines Kleinlasters in Ebenhofen, der mit seinem Fahrzeug in die Bahnschranken rutscht. Der Mann hatte aufgrund der zugewehten Warnlichter nicht erkannt, dass sich die Schranke senkte. Er bleibt unverletzt, der Bahnverkehr kann normal weiterlaufen. Bei Hörmannshofen kommt am Morgen ein Autofahrer von der Straße ab, sein Wagen bleibt im Schnee stecken. Sicher nicht der Einzige, den gestern dieses Schicksal ereilt. Insgesamt bleibt aber auch im Landkreis Ostallgäu die Lage entspannt. «An Tagen wie diesen gibt es nur selten schlimmere Unfälle», sagt Klaus Wobst, Verkehrssicherheitsbeauftragter bei der Polizei in Marktoberdorf.

Die Menschen wüssten mit einem solchen Wetter umzugehen.

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen