Genuss
Zu Besuch in der Kemptener Kaffeerösterei Burgkaffee

Wenn die Anlage läuft, fühle ich mich natürlich sehr gut und auch sehr stolz, weil man etwas Eigenes produziert und das draußen auf dem Markt dann vertreiben kann, sagt Erhan Erden aus Kempten und man sieht dem 30-Jährigen den Stolz direkt an. Gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Umut Arin hat er seine Vorliebe für Kaffee zum Beruf gemacht: In der Edisonstraße betreiben die beiden ihre Kaffeerösterei Burgkaffee, die sich im Allgäu mittlerweile einen Namen gemacht hat.

Erden hat keine kaffeespezifische Ausbildung. Er hat Groß- und Einzelhandelskaufmann im Sanitärbereich gelernt. Arin dagegen hat sich in seiner ebenfalls kaufmännischen Ausbildung beim weltgrößten Espressomaschinenhersteller sein Wissen von der Pike auf angeeignet. Angefangen haben sie dann gemeinsam 2010 mit dem Handel von Espressomaschinen. Die vertreiben die beiden 30-Jährigen auch heute noch. Wir wollten uns aber irgendwann nicht mehr nur mit dem Handel zufriedengeben, sondern unser eigenes Erzeugnis produzieren, sagt Erden.

2012 eröffneten sie deshalb ihre eigene Rösterei. Anfangs noch in einem kleinen Büro hinter der Burghalde in Kempten, was zu dem Namen "Burgkaffee" führte. Je eine Sorte Kaffee Crema, Espresso und Filterkaffee produzieren die beiden Jungunternehmer selbst, zusammen etwa sechs Tonnen im Monat. Zusätzlich bieten sie weitere Sorten und auch Tee an. Außerdem verkaufen sie auch Gastronomiebedarf, wie zum Beispiel Geschirr.

2014 zog die Rösterei in größere Räume. Vor einigen Wochen eröffneten Erden und Arin außerdem ein Café in der Oberstdorfer Fußgängerzone. Das nötige Know-how über Kaffee und Röstverfahren haben sie aus mehreren Lehrgängen und von Besuchen bei Hamburger Röstern.

Klasse statt Masse

Vor allem legen die beiden Wert auf Qualität. Im Gegensatz zum industriellen Verfahren, das etwa zwei bis fünf Minuten dauert, rösten sie ihre Bohnen 18 bis 25 Minuten bei niedrigerer Temperatur. Dabei kommt es auf die Sorte an: Arabica-Bohnen aus Brasilien oder Indien brauchen eher weniger lange, die Robusta-Bohne aus Vietnam wird dagegen länger geröstet. "Wir achten darauf, dass wir die jeweilige Temperatur erreichen und auch gleichzeitig, dass die Farbe stimmt", sagt Erden. Dabei verlassen sie sich auf Erfahrungswerte, die sie durch das ständige Probieren der einzelnen Sorten selbst gesammelt haben. So sind eigene Rezepte entstanden, die jetzt in der Röstmaschine abgespeichert sind.

Je nach Farbe der Röstung variieren Geschmack und Bekömmlichkeit des Kaffees. Die Bohne verliert durch längeres Rösten mehr Feuchtigkeit. Das heißt aber auch, sie wiegt damit weniger. Pro Kilo lassen sich mit dunkler gerösteten Bohnen damit 20% weniger Gewinn erzielen.

Und wie mag der Jungunternehmer seinen eigenen Kaffee am liebsten? Ich trinke meinen Kaffee eigentlich sehr ungewöhnlich für einen Röster, weil bei mir kommt nämlich alles rein: Zucker, Milch, Kaffee... vielleicht auch noch mal ein bisschen Zucker, sagt Erhan Erden lachend.

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