Ziel sind die Paralympics

Von Ulrike Reschke | Fuchstal 'Es gibt Hochs und Tiefs, bei mir vielleicht mehr als bei anderen', sagt Uli Schmölz, der sein Leben nach einem schweren Skiunfall vor neun Jahren völlig umgestalten musste. Der Sport und auch die Mitarbeit im Betrieb seines Vaters helfen ihm, seinen Tag zu strukturieren. 'Man braucht eine Aufgabe', sagt der 29-jährige Rollstuhlfahrer, der sich in seiner barrierefreien Wohnung mitten in einem kleinen Weiler im idyllischen Fuchstal selbst versorgt.

Der Sturz beim Skiweltcup in Ofterschwang, bei dem Uli Schmölz als Helfer eingesetzt war, zerstörte fünf Wirbel des Sportlers. Seitdem ist er querschnittsgelähmt. Schon während des fast sechsmonatigen Aufenthalts in der Unfallklinik Murnau begann Uli Schmölz mit dem Krafttraining. Durch Florian Fischer aus Lechbruck kam er zum Basketball - eine Sportart, an die er bis zu diesem Zeitpunkt nie gedacht hatte. Noch in der Klinik suchte Uli Schmölz die Herausforderung. Regelmäßig übte er sich im Bergfahren mit dem Rollstuhl.

Spezielles Skigerät

Zum Skilehrer fehlte Uli Schmölz vor neun Jahren nur noch die Prüfung. Schon neun Monate nach dem Unfall wagte er sich wieder die Hänge hinunter - nun mit einem speziellen Skigerät. Auf diesem erwarb er mittlerweile die Befähigung zum Skilehrer für Behinderte, überlegte bei Wettkämpfen anzutreten - und entschied sich schließlich für Rollstuhlbasketball.

Zunächst spielte er in einem Zweitliga-Verein in Kaufbeuren und wechselte für die Saison 04/05 zum Erstligisten USC München. 'Die Nationalmannschaft hatte ich dabei auch immer im Hinterkopf', räumt der Sportler ein. Mit dem USC qualifizierte er sich für den Champions-Cup, der Fußball-Champions-League vergleichbar, und bestritt Turniere in Liverpool. Im Sommer trainiert Uli Schmölz seine Ausdauer mit dem Liegefahrrad. Bei 'normalen Touren' legt er etwa 50 Kilometer zurück. Auf der Ebene erreicht er dabei eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 27 bis 28 Stundenkilometer, an Steigungen liegt diese bei 22 bis 23 Stundenkilometer. Seine längste Strecke führte ihn auf den Hohenpeißenberg, von dort auf den Auerberg und zurück ins Fuchstal. 'Ich suche die Berge, sie sind ein gutes Training', sagt der Sportler. Während der Saison trainiert der 29-Jährige zweimal wöchentlich bei seinem Verein in München. Mit Florian Fischer, den er in der Unfallklinik kennenlernte, und 'zwei oder drei anderen' trifft er sich auf privater Ebene in einer Halle in Lechbruck und trainiert immer noch einmal pro Woche in Murnau. Zu Bundesligaspielen bereist Uli Schmölz mit seinem Team die ganze Republik, der am weitesten entfernt gelegene Austragungsort ist Osnabrück. Erst kürzlich nominierte ihn Bundestrainer Frits Wiegmann für Manchester. Dort findet die Vorbereitung auf die Paralympics in Peking statt. Seinen ersten Leistungslehrgang absolvierte Uli Schmölz 2006. Für die WM in Wetzlar war er nicht nominiert und hatte Peking deshalb schon abgehakt.

Jetzt stehen die Chancen gut, es zu den Paralympics im September zu schaffen. 'Das ist mein großes Ziel', sagt der 29-Jährige. Doch bis es so weit ist, heißt es nach einem strengen Plan trainieren: Kraftausdauer, Schnellkraft und Kondition.

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