Allgäu
Ziel: Eine Berghütte mit Blockheizwerk und Solarzellen

Obermaiselstein/Bolsterlang Die als Ferienunterkunft betriebene Wannenkopfhütte zwischen Obermaiselstein und Balderschwang ist trotz ihres Berghütten-Charakters seit Jahren eine Seminar- und Tagungsstätte. Jetzt haben Berater von «Energy Consulting Allgäu» in Kempten ihr Wissen genutzt, um dem Haus eine bessere Energie-Verwertung zu verpassen.

Jürnjakob Reisigl aus Oberstdorf als Miteigentümer der Wannenkopfhütte möchte, dass die Gäste nicht nur ihre Erholung mit nach Hause nehmen, sondern auch ein gutes Gewissen haben wegen der durch Fahrt und Aufenthalt verursachten Kohlendioxid-Belastung. «Wir leben hier im Allgäu in der Natur und von der Natur,» sagt der Hotelier. «Deshalb sollten wir auch etwas dafür tun, um diese Lebensgrundlage zu erhalten.» Rund 110000 Übernachtungen jährlich und einen Umsatz von 10 Millionen Euro kann die Familie Reisigl mit mehr als 130 Mitarbeitern in drei Hotels, einer Ferienwohnungsanlage und der Wannenkopfhütte vorweisen, so die eigene Aussage. Jährlich übernachten fast 9000 Gäste in der Wannenkopfhütte, die gern von Unternehmen gebucht wird.

Reisigls Ziel ist es, den CO2-Ausstoß um ein Drittel zu reduzieren. Bei der Berghütte mussten die Berater allerdings sozusagen in der Steinzeit anfangen. Die Hütte, erreichbar nur durch einen 20-minütigen Fußmarsch, bietet Zimmer mit zwei bis zehn Betten für maximal 63 Übernachtungsgäste. Strom wird per Generator erzeugt. Die Wasserversorgung erfolgt über die hauseigene Quelle, das Abwasser wird in einer eigenen kleinen Kläranlage gereinigt. Der Gepäcktransport und die Versorgung mit Lebensmitteln und Brennstoff erfolgen im Sommer mit geländegängigen Fahrzeugen, im Winter per Raupenfahrzeug.

Jetzige Technik «desolat»

Berater Dr. Jürgen Kaeser konnte bei der Analyse des jetzigen Zustands nicht auf irgendwelche Zähleinrichtungen für den Energieverbrauch zurückgreifen. Nur der Gasverbrauch in der Küche konnte anhand der geleerten Gasflaschen errechnet werden. Zudem ist aus Sicht von Kaeser «die gesamte Technik der Hütte desolat». Sämtliche Leitungen werden nun erneuert. Für Küche und Heizung sollen umweltfreundliche Brennstoffe eingesetzt werden. Sogar ein Blockheizkraftwerk ist geplant. Eine Fotovoltaik-Anlage soll unterhalb der Hütte entstehen. Ein Ausbau des hütteneigenen Wasserkraftwerks ist aus Sicht der Berater hingegen nicht effizient genug.

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