Kreuzthal
Ziegen sollen dem Kreuzthal eine bessere Zukunft bringen

Wie sieht die Zukunft des Kreuzthals aus? Über diese Frage machte sich der Adelegg-Verein intensive Gedanken. Die Antwort, die Vorsitzender Oliver Post im gut gefüllten Dorfgasthaus Kreuz vorstellte: Eine Ziegenmolkerei könnte für die schwierig zu pflegenden Bergweiden der Adelegg die Lösung sein. Positiv zu diesem landwirtschaftlichen Konzept stellten sich die beiden Bürgermeister Toni Barth, Buchenberg, und Rainer Magenreuter, Isny.

Die landwirtschaftlichen Flächen in der Adelegg rund um das Dorf Kreuzthal liegen bis zu 1000 Meter hoch, teils darüber. Weil bei steilen Hängen ein Maschineneinsatz nicht möglich und bei bestehenden Berghöfen die Nachfolge ungewiss ist, befürchtet der Adelegg-Verein zunehmende Verwaldung, wogegen schon vor 40 Jahren gekämpft wurde. Seit 2003 kümmert sich der Adelegg-Verein um die dörfliche Entwicklung. Das daraus entwickelte Konzept stellte Post jetzt vor. Es sieht für die gefährdeten Bergweiden eine extensive Mischbeweidung mit Schumpen und Ziegen vor. Ziegenmilch sei nicht nur eine Marktnische, es gebe sogar schon einen sicheren Abnehmer: die Feneberg Lebensmittel GmbH. Wie er berichtete, prüfe das Kulturlandbüro Wirtensohn in einer Expertenstudie momentan den Betriebsentwicklungsplan.

Ein notwendiger Neubau von Stall und Molkerei sei von einem Betrieb allein allerdings wirtschaftlich nicht zu bewältigen. Diese Anfangsinvestition soll deshalb eine Stiftung tätigen. Die Gründung aber sei ein großer Schritt, der noch zu tun sei, damit ein Pächter den Betrieb wirtschaftlich führen könne. Die Stiftung soll sich dann im Sinne der Gemeinnützigkeit auch dazu verpflichten, in Zukunft alle Flächen in das Projekt aufzunehmen, die durch Alter, fehlende Hofnachfolge oder Unwirtschaftlichkeit aus der normalen Bewirtschaftung herausfallen. Gleichzeitig dürfe sie nicht mit funktionierenden Betrieben in eine Konkurrenz um Flächen treten.

Die Höfe, die mit ihren Flächen wirtschaftlich über die Runden kommen, sorgten ja mit ihrer herkömmlichen Arbeit vorbildlich für ein gepflegtes Landschaftsbild, meinte Post. Er rechnet mit den üblichen landwirtschaftlichen Fördergeldern für das Projekt, auch Chancen auf eine Leader-Förderung bestünden. Der Verein will jetzt über Fragebögen eine Übersicht über die jetzt oder in den nächsten Jahren gefährdeten Flächen ermitteln.

Positive Reaktion

Die Fachleute, denen Post das Konzept im «Kreuz» erläuterte, beurteilten die Idee als zukunftsfähig. Vertreter von Landwirtschaftsämtern, der Regionalentwicklung Oberallgäu und die Bürgermeister von Buchenberg und Isny reagierten positiv. Magenreuter freute sich insbesondere darüber, dass «nicht alle nur jammern, sondern dass auch etwas angestoßen wird».

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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