Weiler
Zeitzeugnisse ziehen um

Eine solche Einrichtung sei in dieser Form etwas Besonderes und laut Landrat Elmar Stegmann einzigartig in Bayern. Die Rede ist vom heimatkundlichen Dokumentationszentrum des Landkreises Lin-dau, das vor zwei Wochen innerhalb Weilers umgezogen ist. Andreas Kurz, Historiker und Leiter des Dokumentationszentrums, stellte die neuen Räume über dem Weilerer Gästeamt und der Bücherei vor.

Mit 220 Quadratmetern ist das neue Dokuzentrum - eine renovierte Wohnung der Gemeinde - nicht viel größer als das alte. «Aber es gibt mehr Stellfläche», sagt Kurz. Für ihn hat sich mit dem neuen Lesesaal ein kleiner Wunsch erfüllt. «Früher war der Leseraum gleichzeitig der Beginn der Bibliothek - und Büro», sagt er. Im Leseraum stehen jetzt Nachschlagewerke und ein großer Tisch; sein Büro hat Kurz im Nebenzimmer - vom Leseraum mit einer Glastür getrennt. «So behalte ich trotzdem immer den Kontakt zu den Leuten», sagt Kurz. Für eine Kreiseinrichtung sei die jetzige Örtlichkeit endlich repräsentativ.

Aktiver Bauhof

43000 Euro hat die Marktgemeinde Weiler in Umbau und Einrichtung des Dokuzentrums gesteckt. 29000 Euro davon sind laut Bürgermeister Karl-Heinz Rudolph Bauhoflöhne. «Wir haben eine sehr aktive Bauhofmannschaft. Ohne die wäre es nicht gegangen.» Für Weiler sei das Dokuzentrum eine wichtige Einrichtung. Nicht zuletzt deshalb, weil viele Zeitzeugnisse an jene Zeit erinnern, als es in Weiler Land-, Amtsgericht und Notariat gab. «Das ist für die ganze Region wichtig und wir wollten die Einrichtung hier halten», so Rudolph.

Letztlich profitieren sowohl Landkreis als auch Marktgemeinde von dem neuen Standort: Für Weiler-Simmerberg entfällt der zu zahlende Zuschuss in Höhe von knapp 1800 Euro jährlich; der Landkreis spart rund 1000 Euro Miete im Jahr.

Reger Kontakt mit Nachbarland

Seit 1990 leitet Kurz das Dokuzentrum - eine Spezialbibliothek mit Präsenzbestand, wie er sagt. Damals konnte er auf keinerlei Bestand zurückgreifen. «Wobei wir relativ zügig ausgestattet wurden», so Kurz. Vor allem von Vorarlberger Landesarchiv und Bibliothek. Noch heute gebe es regen Kontakt mit den zwei Institutionen im Nachbarland.

Rund 5000 Bücher stehen im Dokuzentrum, hinzu kommen laut Kurz Zehntausende Aufsätze. In Euro kann er den Wert nicht beziffern, aber das meiste sind Unikate und «wenn etwas weg ist, ist es unwiederbringlich verloren», erklärt Kurz. Die ältesten Schriftstücke stammen aus dem späten 18. Jahrhundert.

Stegmann findet es schön, dass das Dokuzentrum neben Kornhaus, Kirchplatz, Rathaus und Heimatmuseum einen Platz im «Ensemble geschichtlich bedeutsamer Einrichtungen» gefunden hat. Bürgermeister Rudolph fügt hinzu, dass das Gebäude kein x-beliebiges sei, sondern eines mit Tradition: die ehemalige Gaststätte und Brauerei «Zum Hirsch» - 1636 erstmals erwähnt.

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