Allgäu
Zeitmanager in eigener Sache

Die Wirtschaftskrise ist in aller Munde. Auch im Ostallgäu wird manche Firma von Auftragsrückgängen gebeutelt, es ist von Kurzarbeit und Entlassungen die Rede. Doch nicht überall im Füssener Land geht der Daumen nach unten. Im Gegenteil: Etliche Unternehmer blicken optimistisch nach vorn und investieren nach dem Motto «Krise - na und?» in schwieriger Zeit in ihre Firma. In einer Serie stellen wir einige dieser Betriebe vor - heute Steuerberater Martin Lochbihler aus Füssen.

Füssen Die Stellung halten muss Martin Lochbihler auch dann allein, wenn seine Mitarbeiterinnen im Urlaub sind. Kein Problem für den agilen Steuerberater, der sich erst vor zwei Jahren selbstständig gemacht hat: Zügig und gleichzeitig ausführlich bespricht der 32-Jährige zwischendurch im Nebenraum das Anliegen eines Anrufers und wendet sich dann wieder dem Besucher zu.

Er ist ein hervorragender Zeitmanager in eigener Sache. In ruhigem, konzentriertem Ton und angenehm einheimischer Sprachfärbung schildert er seinen Werdegang. Der Unterricht als Diplom-Handelslehrer sagte ihm auf Dauer nicht zu. So sattelte er eine Steuerberater-Ausbildung drauf.

Die Meldung von Radio Bayern 1 vor einigen Wochen, die Wirtschaft in Deutschland habe im zweiten Quartal 2009 zugenommen, sieht Lochbihler differenziert: Dies sei nur ein Durchschnittswert, sagt er. Im Dienstleistungsbereich «schlägt eine Aufwärtsbewegung oft erst später durch», weiß Lochbihler aus seiner Erfahrung im Umgang mit Klienten. Deren Zahl will er ausbauen, wobei er sich vor allem den Menschen und Unternehmen in der hiesigen Region verpflichtet sieht. Und hier bestehe leider tatsächlich in vielen Fällen eine Kreditklemme: Die zeigt sich ihm häufig bei kleineren und mittleren Unternehmen, «obwohl gerade bei denen der Unternehmer ja persönlich haftet und daher an der Rückzahlung interessiert ist.» Daher freut er sich, bei Bankern auch mit positiven Zahlen beratend helfen zu können.

Mehr Mandanten und Aufträge erfordern mehr Arbeitskräfte: So beschäftigt Lochbihler eine Ganztageskraft. Sie geht einen Tag pro Woche auf Fortbildung, ein ganzes Jahr lang. Die Lehrgangskosten bezahlt der Chef. Ihm ist es wichtig, dass sich seine Mitarbeiter fortbilden. Denn Qualifikation sei notwendig für die Qualität gegenüber dem Kunden. Neben einer Teilzeitkraft arbeitet seit August eine weitere Mitarbeiterin auf 400-Euro-Basis. Beide mit der Option, dass sie zum einen aufstocken und zum anderen sich ihre Arbeitszeit flexibel einteilen können. Solche schon langjährig tätigen Fachkräfte bekomme er so eher, «da sie Familie und Beruf vereinbaren können.» Und ab September 2010 bietet Lochbihler eine Lehrstelle an. Die ist bereits jetzt mit einer Auszubildenden besetzt.

Auch im EDV-Bereich will er weiter aufrüsten und Neues kreieren. Aber darüber wird noch nicht näher gesprochen. Keinen Hehl jedoch macht er über seine positive Grundeinstellung: «Krise kann auch eine Chance sein», zum Beispiel wenn man Qualität biete, zu einem Preis, den man auch verdienen kann.

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