Kaufbeuren
Zeitdokumente - nahe an der Kunst

Es ist gar nicht so einfach zu beschreiben, was ein gutes Pressefoto ausmacht. Die Motive sind so vielfältig wie das Leben, Banales kann plötzlich großartig und Großartiges banal werden. In jedem Fall erzeugen die Blicke der professionellen Zeitungsfotografen auf die Welt Aha-Effekte. Herausragende Beispiele dafür sind derzeit in der Schalterhalle der Sparkasse Kaufbeuren ausgestellt.

Jedes Jahr prämiert eine Jury des Bayerischen Journalistenverbandes (BJV) die besten Pressefotos aus dem Freistaat. Auch 2008 hatten rund 90 Fotografen etwa 700 Arbeiten eingereicht. Mehrere Dutzend Fotos wurden in verschiedenen Kategorien prämiert. Darunter waren auch Arbeiten von Mitarbeitern der Allgäuer Zeitung (wir berichteten). Die Siegerbilder wurden zu einer Ausstellung zusammengestellt, die durch ganz Bayern zieht. Bis 3. September sind die Bilder nun in Kaufbeuren zu sehen.

Bei der Eröffnung der Schau betonte Sparkassen-Vorstand Franz Endhardt seine Wertschätzung für die Pressefotografie. Die Bilder gingen oft über die Darstellung lokaler Ereignisse hinaus und bewegten sich mitunter «sehr nahe an der Kunst». Dr.

Wolfgang Soergel, stellvertretender Vorsitzender des BJV, wies darauf hin, dass das Bild in der Zeitung in den vergangenen Jahren eine immer größere Bedeutung erhalten habe. Die Wertschätzung der Fotografen und ihre Honorierung seien dagegen nicht überall in entsprechender Weise gestiegen. Fotografen aus dem Allgäu fänden regelmäßig in den Siegerlisten des Pressefoto-Wettbewerbs. 2008 holte beispielsweise AZ-Fotograf Andreas Ellinger den Sieg in der Kategorie «Umwelt und Energie». Mathias Wild, der für die Allgäuer Zeitung in Kaufbeuren mit der Kamera unterwegs ist, wurde für zwei Fotos ausgezeichnet.

Fragen der Gäste

Beide «Lokalmatadore» waren bei der Ausstellungseröffnung anwesend und stellten sich den Fragen der Gäste - wobei die Bilder und ihre kurzen, prägnanten Titel zumindest inhaltlich keine Fragen offen lassen. Wilds preisgekröntes Foto «Trainingsweltmeister» zeigt den jungen Fechter Felix Klinger, der in der heimischen Garage zwischen Gerümpel und Gartenbank an einer selbst gebastelten Trainingspuppe übt. Einen interessanten Kontrast bietet seine Arbeit «Blockwart»: Ein uriges Hochlandrind grast seelenruhig oberhalb eines anonymen Wohnblocks.

Auf Ellingers Siegerbild ist eine Friedhofskapelle zu sehen, auf deren Dach eine Solaranlage funkelt. Links drängt sich ein ebenso spiegelndes, steinernes Grabkreuz in den Vordergrund.

Die Bilder stehen in einer Reihe mit Aufnahmen von prominenten Politikern, Sportlern oder Künstlern in ungewöhnlichen Situationen oder auch von ganz normalen Menschen in verblüffenden Zusammenhängen. Aber auch das Künstlerische im Alltäglichen, etwa die Schnee- und Eisbilder des Kaufbeurer Fotografen Karl-Josef Hildenbrand, hat seinen Platz - Aha-Effekte garantiert.

Die Ausstellung zum Wettbewerb «Pressefoto Bayern 2008» ist noch bis zum 3. September zu den üblichen Öffnungszeiten in der Schalterhalle der Sparkasse Kaufbeuren (Ludwigstraße 26) zu sehen.

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