Kriminalitätsstatistik
Zahl der Straftaten im Allgäu geht zurück und erreicht niedrigsten Wert seit dem Jahr 2001

Die Zahl der Straftaten hat 2010 im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West den niedrigsten Wert der vergangenen zehn Jahre erreicht. Gegenüber dem Vorjahr sank die Fallzahl um 3,6 Prozent auf nun 41740. Da auch die aktuelle Kriminalitätsbelastung mit rund 4500 Straftaten pro 100000 Einwohner den niedrigsten Wert seit dem Jahr 2001 erreichte, kam Polizeipräsident Hans-Jürgen Memel in seiner Jahresbilanz zu dem Resümee: «Das Leben zwischen den Allgäuer Alpen und der Donau ist deutlich sicherer als in den bayerischen Ballungsräumen.» Laut Statistik gelten als sicherste Landkreise das Unter- und das Ostallgäu.

Wenige Straftäter kommen in der Region ungeschoren davon: Über zwei Drittel der Straftaten konnten die Polizeibeamten aufklären. Mit einer Aufklärungsquote von 68,4 Prozent liegt das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West - wie in den vergangenen fünf Jahren - rund drei Prozent über dem bayerischen Durchschnitt.

Als «besorgniserregend» bezeichnete Memel dagegen die Zunahme der Gewalt gegen Polizeibeamte. So wurden im vergangenen Jahr in rund 200 Fällen Polizisten zu Opfern und erlitten teilweise schwere Verletzungen.

In den vergangenen Jahren hat der Faktor Alkohol bei der Begehung von Straftaten zunehmend an Bedeutung gewonnen: Im Jahr 2010 stand etwa jeder sechste Tatverdächtige unter Alkohol (2001 war es noch jeder zehnte). Über 50 Prozent der Tatverdächtigen waren unter 25 Jahre alt.

Weitere Schwerpunkte:

Gewaltkriminalität: Die Zahl der Delikte ging zum dritten Mal in Folge zurück, sagte Leitender Kriminaldirektor Karl Heinz Alber. Sorgen bereitet Alber jedoch die «steigende Brutalität» und die «unvermittelte Gewaltausübung». Die Aufklärungsquote bei den rund 1300 Fällen lag mit 84,9 Prozent sehr hoch. Bei allen fünf Morden konnte der Täter überführt werden. Es wurden 14 Fälle von Totschlag (Aufklärungsquote 93,4 Prozent) und 62 Vergewaltigungen registriert.

Jugendkriminalität: Die Altersgruppe der 14- bis 21-Jährigen ist für etwa 22 Prozent aller Straftaten verantwortlich, obwohl sie an der Gesamtbevölkerung nur einen Anteil von 8,4 Prozent ausmacht. «Das ist überproportional hoch», sagte Alber. Besonders stark vertreten sind jugendliche Täter bei Delikten der Gewaltkriminalität (35 Prozent) und der gefährlichen Körperverletzung (rund 55 Prozent).

Insgesamt gelten im Bereich des Polizeipräsidiums 66 Kinder, Jugendliche und Heranwachsende als Intensivtäter mit mehr als fünf Straftaten in einem halben Jahr. Unter den Intensivtätern ist auch ein 19-Jähriger, der bereits knapp 90 Straftaten begangen hat.

Schleierfahndung: Laut dem stellvertretenden Polizeipräsidenten Klaus Faltenbacher haben die Schleierfahnder des Präsidiums im vergangenen Jahr 1228 Straftaten erfasst. Die Fahnder werden auch am Allgäu Airport in Memmingen eingesetzt. Insgesamt griffen sie in der Region 130 Personen auf, die illegal nach Deutschland eingereist waren und nahmen zehn Schleuser fest. Zudem stellten die Fahnder zahlreiche illegale Gegenstände fest, darunter Drogen im Kilo-Bereich.

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